Abenteuer MAROKKO 2018 – Mit kaputtem Getriebe durch halb Marokko 01-07/2018

Abenteuer MAROKKO 2018 –  Mit kaputtem Getriebe durch halb Marokko 01-07/2018

Kulturschock Europa

Gerade sitze ich hier auf dem Strandparkplatz von Palmones, Spanien. Seit fünf Tagen sind wir aus Marokko zurück und ich warte auf die Ankunft meiner Seele, die offensichtlich noch irgendwo im Universum umher schwirrt, zumindest ist sie hier noch nicht angekommen. Mölli geht es gleich.

Ich fühle mich wie zwischen den Welten, ein Gefühl, wie damals vor sieben Jahren, als ich nach einem Jahr aus Indien heimkehrte. Heimkehren ist in diesem Fall jetzt „nur“ Europa, denn unsere Reise ist längst nicht zu Ende. Dass die Rückkehr allerdings so heftig werden würde hätte ich bzw. wir uns nicht ausmalen können. Vielleicht liegt es an dem für uns ziemlich rasanten Reisetempo der letzten drei Wochen, sind wir doch eigentlich Slowtraveller, Schneckennomaden.

Marokko wir kommen

Aber dennoch möchte ich am Anfang unserer Marokko Reise beginnen.

Unsere Fährtickets haben wir, wie so viele andere Reisende das auch tun, bei Carlos im Industriegebiet von Los Barrios gekauft, Hin- und Rückfahrt von Algeciras nach Tanger Med und zurück für 200 €, ein Jahr lang gültig. Einen eingeschweißten Schokokuchen und eine Flasche Rotwein gab es obligatorisch dazu. Unsere Freunde Marianne und Peter, sowie Hund Buffy und Katze Mohrle, die wir bereits voriges Jahr in Spanien kennengelernt hatten waren mit von der Partie. Für die Beiden bereits das zweite Mal, was uns als völlige Frischlinge gelegen kommt. Ich war zwar schon einmal in Marokko, das liegt allerdings schon 20 Jahre zurück, zudem war ich damals nicht mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs und hatte vom Reisen noch gar keine Ahnung.

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Mit der Fähre nach Tanger Med (25.01.18)

Nach dem Frühstück machen wir uns auf zum Hafen von Algeciras, um dort die 14 Uhr Fähre zu nehmen. Alles klappt bestens. Die Abfahrt verzögert sich zwar, aber die Überfahrt verläuft ohne Schwierigkeiten, nur ein leichter Wellengang. Wir sind schon etwas aufgeregt, was uns in Marokko so alles erwarten würde, aber die Vorfreude überwiegt. Endlich Europa im Nacken, das haben wir uns so lange gewünscht.

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Merhaba in Marokko

In Tanger Med angekommen geht alles recht zügig. Kein Blick ins Fahrzeug, keine Fragen, nur ein Beamter, der uns unsere Dokumente durchs Fenster  entgegen streckt und uns mit den Worten „Auf Wiedersehen Möller“ verabschiedet.

Bei Marianne und Peter dauert die Prozedur deutlich länger, da, wie sich später herausstellt, die komplette Beamtenschaft einen Rundgang durch deren historischen Setra Bus machen wollte.

Das Wetter ist eher enttäuschend, es regnet und ist kühl. Und, obwohl es hier eine Stunde früher ist als in Europa, ist es mittlerweile bereits dunkel. Daher nehmen wir, dem Rat von Peter folgend, die Autobahn.

Diese kurze Autobahnstrecke kostet uns dann 70 Dirham, die erste Straßengebühr seit dem Beginn unserer gesamten Reise und das dann auch noch in Marokko.

Und am Schalter zur Autobahn dann auch noch überall Kids, die unser Auto regelrecht anfallen, sich außen festhalten und um ein paar Dirham betteln. Wir schaffen es ohne ungebetene Mitfahrer weiterzufahren und weiter geht`s in unserer kleinen Kolonne vorerst bis nach Asilah, einer kleinen Stadt am Meer.

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Kulturschock Marokko

Am Parkplatz in Asilah angekommen sind wir genervt. Regen tropft irgendwo zum Dach herein und zu allem Übel kommt dann auch noch ein Typ an, der meint er sei der Parkwächter und er bekäme nun 60 Dirham fürs Übernachten. Wir, so gar nicht zahlungswillig, speisen ihn erstmal mit einer Orange und ein paar Bananen ab. Kurz darauf kommt er allerdings wieder, will Geld und Alk. Dies wiederholt sich noch einige Male, bis wir einfach nicht mehr öffnen und schlafen gehen. Das fängt ja gut an.

Am nächsten Morgen werden wir dann allerdings erst einmal aufgeklärt, wie das in Marokko mit dem parken so läuft. Und zwar gibt es fast überall bewachte Parkplätze, die tagsüber zw. 3-5 Dirham kosten, über Nacht ca. 20-30 Dirham. Das war für uns etwas völlig Neues. Hatten wir uns in Europa einfach überall kostenlos an die Straße stellen können.

Dem Parkwächter geben wir dann jedenfalls 30 Dirham, womit er dann auch zufrieden ist. Naja, probieren kann man es ja. Vor allem hier, wo die Frischlinge aus Europa ankommen und noch keinen Plan von Marokko haben, zumindest Viele.

Erste Eindrücke von Marokko in Asilah

Asilah, ein eigentlich ganz schönes Städtchen, ist also unser Marokko- Einstieg. Wir schlendern durch die kleinen Gässchen, trinken unseren ersten marokkanischen Minztee, natürlich viel zu süß für unseren Geschmack, dennoch lecker. Hier gibt es viele Keramikwaren und Ledersachen wie Schuhe und Taschen, sowie kleine Tante-Emma-Läden, in denen es offensichtlich alles gibt. Die kannte ich bereits aus Indien und hatten mich schon damals sehr beeindruckt, hatte ich doch immer das Gefühl, als ob sich hinter dem kleinen Ladenausschnitt ein riesiges Warenlager auftun müsste, da man wirklich fast alles hier erhielt.

Es gibt viele Secondhandläden und Straßenflohmärkte, Marokko war uns, als Flohmarktfans, diesbezüglich auf jeden Fall schon mal sehr sympathisch. Und der 1. Schock vom Vorabend ist auch überwunden und die Sonne scheint.

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Weiter geht`s über holprige Landstraßen Richtung Ksar- el- Kebir, dort, so denken wir, würden wir schon irgendwo ein ruhiges Fleckchen für die Nacht finden. Von dieser Idee kommen wir aber spätestens dann ab, als wir von einer Horde Kinder belagert werden, die sehr aufdringlich werden und sich schon an unserem Auto zu schaffen machen. Nein, nicht schon wieder unsere eiserne Eidechse am Kühlergrill- einmal reicht! Wir fliehen.

Der große Knall – das Aus unserer gerade begonnenen Reise?

Unterwegs halten wir an einer im Bau befindlichen Tankstelle und der dortige Wächter ist damit einverstanden, dass wir hier für die Nacht stehen können. Nach einer ruhigen Nacht folgt die Katastrophe am nächsten Morgen.

Eigentlich wollen wir weiter der Küste entlang, aber nach ungefähr 10 m, welche wir noch auf dem Parkplatz fahren, stoppt unser Fahrzeug urplötzlich, so, als ob man gegen eine Wand fährt, es gibt einen lauten Schlag und der Motor ist sofort aus.

Wir schauen uns an und es ist klar, das war nichts Gutes, gar nichts Gutes. Mölli versucht erneut zu starten, was auch gelingt, allerdings verbunden mit einem metallischen Geräusch. Er steigt aus und als er unter den Unimog schaut, sieht er, wie das Getriebeöl aus dem Gehäuse tropft, da dort ein Riss war.

Wir sind erst einmal beide am Boden zerstört. Was war passiert und wie sollte es jetzt weitergehen? Nachdem wir uns halbwegs gefangen haben und wir hier an diesem Ort ohnehin nichts ausrichten können, entscheiden wir uns, im Schneckentempo vor Peter und Marianne zu fahren und erst einmal einen Campingplatz aufzusuchen, um dem Übel genauer auf den Grund zu gehen. Der nächste Camping liegt allerdings ca. 80 km entfernt in Kenitra. Diese Kilometer sind mitunter die schlimmsten unseres bisherigen Lebens, da wir nicht wissen, ob sich dieser apruppte Stopp vielleicht noch einmal wiederholen wird.

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Prämiere- unser 1. Mal auf dem Campingplatz

Wir landen jedenfalls gut und ohne weitere Zwischenfälle in Kenitra auf dem Campingplatz, seit über einem Jahr on the road übrigens unser 1.! Aber hier in Marokko, wo offensichtlich hinter jedem Busch jemand sitzt, halten wir das im Moment für die beste Wahl. Die Preise sind ebenfalls okay, der Platz gleicht zwar einem eingezäunten Gefängnisauslaufes, die sanitären Anlagen sind sehr bescheiden, aber immerhin kann man sich auf der grünen Wiese ausbreiten wie man will. Es gibt Strom, Trinkwasser nahe unseres Fahrzeugs und es ist auch nicht allzu viel los. Lediglich einige französische Rentner die hier wohl überwintern und ein niederländischer MAN Cat stehen da.

Das wir hier allerdings insgesamt 5 Wochen stehen werden, dass ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Wir wohl am aller wenigsten.

Aber zuallererst mussten wir die Situation überhaupt verarbeiten. Danach zu recherchieren und die Ursache finden und dann das Problem lösen.

Langsam entdecken wir Marokko

Wenngleich Kenitra weder durch irgendwelche Sehenswürdigkeiten, noch durch seine herausragende Architektur besticht, so hat sie immerhin ein paar andere Besonderheiten zu bieten.

Sie liegt am Meer, an einem See und an einem Fluss, dem Oued Sebou. Sie grenzt an den Mamorawald an, den größten Wald Marokkos (vorwiegend Korkeichen), außerdem befindet sich auf jedem erdenklichen Strommast ein bewohntes Storchennest und dass, obwohl sie offenbar die schmutzigste Stadt Marokkos ist.

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Wir haben Kenitra und seine Menschen auf eine besondere Art kennengelernt und einen Einblick bzw. Einführung in das echte Marokko erhalten, abseits von geschönten Touristenplätzen und Tourinepp.

So waren wir z.B. begeistert von unserem 1. Besuch des Souks. Solche Märkte sind in jeder größeren Stadt feste Einrichtung und somit täglich vorzufinden, auf dem Lande wird er an bestimmten Tagen abgehalten.

Ein riesiges Angebot an Obst und Gemüse, sackweise exotische Gewürze und Oliven, in allen Farben und Gewürzvarianten stapeln sich hier in riesigen Türmen in der Auslage, man darf sich durchprobieren, bis man seinen Geschmack trifft.

Unterschiedliche Datteln werden ebenso wie Trockenwaren (Mehl, Linsen, Kichererbsen, Couscous, Reis und Nudeln) offen angeboten, bezahlt wird nach Gewicht.

Kuchen und Gebäck liegen appetitlich angerichtet in den Auslagen kleiner Patisserien oder hinter den Schaufenstern, zu Preisen, die das Herz von Naschkatzen höher schlagen lassen. Frisch gepresste Säfte, sowie frisch gebackenes Brot in allen möglichen Varianten werden entlang der Straße zum Spottpreis angeboten (Fladenbrot 1 Dirham).

Es ist laut, es duftet nach frischer Minze, orientalischen Gewürzen und überall gibt es etwas zu entdecken. Zwischen Menschenmassen hocken verkrüppelte Menschen auf dem Boden, in der Hoffnung auf ein paar Dirham. Frauen sitzen da, bemalen die Hände von anderen Frauen mit Henna.

Ich fühle mich zurück versetzt nach Indien, ich fühle mich gut in all dem Trubel, zwischen all den fremdklingenden Wörtern und arabischen Gesprächen. Diese Exotik, das macht für mich das Reisen so spannend.

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Erste Worte auf Arabisch

Bald kennt man uns in unserem Viertel und der Erdnussmann gibt noch eine extra Portion Nüsse obendrauf. Per Handschlag wird Mölli in der Patisserie schon von einem jungen Kerl der dort arbeitet begrüßt. Wir lernen Zoubir kennen, der in einem kleinen Telefonladen arbeitet, er hilft uns bei der Besorgung von marokkanischen SIM-Karten, Ladegeräten, Laptopakku und in Belangen rund ums Internet, ATMs und sonstigem und versorgt uns in den Wartezeiten mit leckerem Minztee und marokkanischem Gebäck. Der Avocado- und der Olivenmann freuen sich uns zu sehen, ebenso wie „unser“ Saftmann, bei dem wir uns öfters unsere Portion Vitamine in Form eines leckeren Safts abholen. Wir freuen uns ebenfalls, kommt uns doch so viel Freundlichkeit und Gastfreundschaft entgegen.

Wir lernen unsere 1. arabischen Worte wie Salamu alekum (hallo), la (nein), schukran (danke), schwija (wenig, ruhig), hobs (Brot), bsläma (bis dann), afak (bitte) und natürlich in scha allah (so Gott will, hoffentlich), was so gut wie an jedes Satzende gesetzt wird.

Unsere 1. französischen Wörter (hauptsächlich Zahlen fürs Bezahlen) lernen wir ebenfalls oder strecken nur die Hand mit Münzen entgegen. Französisch sprechen hier nämlich Viele, da es in der Schule gelehrt wird und Marokkos König viel Wert auf Bildung legt.

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Englisches Interview

Eines Tages erscheint eine Gruppe von 4 marokkanischen Mädels auf dem Camping. Sie kommen von der American Language School in Kenitra und sollen Menschen anderer Herkunft auf Englisch interviewen. Wir stimmen zu. Die Mädchen sind total happy und eine davon, Fatima Zahara, erscheint fortan öfters. Das 13-jährige Mädchen ist clever, spricht sehr gut Englisch, außerdem sehr sprachbegabt. Wir essen mit ihr, lernen deutsch, erzählen von unserer Heimat und Deutschland oder gehen zusammen in die Stadt.

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Einladung zum Couscous essen

An einem Freitag sind wir bei Fatima und ihrer Familie zum Couscous essen eingeladen (freitags ist in Marokko immer Couscoustag). Fatima lebt unter der Woche in der Schule, welche sie nur aufgrund eines Vereins besuchen kann, der sie fördert. Am Wochenende lebt sie mit ihrer Mama und ihren Großeltern zusammen.

Fatima kommt zum Camping und zu Fuß laufen wir ca. 2 Kilometer zu ihr nach Hause. Sie lebt, wie sie selbst sagt, im Ghetto, dennoch empfinde ich es gar nicht als so schlimm. Und wenn man erst die Wohnung betritt befindet man sich eh in einer eigenen Welt, denn ist es vor der Tür auch noch so dreckig, die Wohnungen sind blitzeblank.

Wir bringen kleine Geschenke für alle mit und werden lecker verköstigt. In einer riesigen Schale, in der sich der Couscous mit Gemüse türmt, isst nun jeder mit den Fingern in seinem Eckchen (mit der rechten Hand, da die Linke die unreine ist). Interessant finde ich, wie sich die Marokkaner aus dem Couscous geschickt ein Bällchen formen und dieses dann essen.

Die Mama, gleich alt wie ich, verhält sich etwas schüchtern, ständig am kichern, so ganz anders als Fatima, die einen sehr selbstbewussten Eindruck macht. Jedenfalls schön zu sehen, wo Fatima zu Hause ist und dass wir von ihr mehr über Marokko erfahren. Es ist nämlich gar nicht so einfach, in diesem Land näheren Kontakt zu Frauen aufzubauen, da sie meistens zu Hause, beim Arbeiten, sind. Das war jedenfalls meine Erfahrung.

Erste Schritte am kaputten Getriebe

Die Tage in Kenitra vergehen wie im Flug. Es dauert zuerst eine ganze Zeit, bis wir rausfinden, dass der Grund allen Übels unseres Getriebeschadens offensichtlich auf ein falsches Öl (synthetisch, anstatt mineralisch) zurückzuführen ist. Dies hatte einen Gleitstein zerbröselt, welcher dann unter ein Zahnrad kam, dabei den Motor blockierte und einen Riss ins Gehäuse schlug (so zumindest mein laienhaftes Verständnis des Vorgangs).

Das Wetter ist wechselhaft und regnet immer wieder mal und heftige Stürme mit umfallenden Bäumen erleichtern die bevorstehenden Arbeiten unter dem Auto nicht gerade. Aber es gelingt Mölli schließlich, zumindest erst einmal den Riss im Gehäuse zu schweißen und nun heißt es, „nur“ noch das richtige Öl zu besorgen. Das ist jedoch in ganz Kenitra nirgends auffindbar. Weder Werkstätten, noch Super-/Baumärkte noch Tankstellen haben dieses Öl, da es lt. Aussagen zu teuer ist und sie einfach das falsche verwenden. Wir wollen das aber keinesfalls mehr.

Über zwei liebe Menschen, die wir auf dem Camping kennenlernen, bekommen wir die Adresse eines deutschsprechenden Werkstattbetreibers in Rabat. Und tatsächlich, er kann uns dieses Öl beschaffen. Das wir trotzdem in naher Zukunft einen Getriebewechsel vornehmen müssen, das ist uns klar, schieben wir aber erst mal etwas bzw. ziemlich fern ab. Jetzt heißt es, ca. 1.000 km durchhalten, um dann in der Nähe von Agadir ein neues Getriebe zu finden. Dort sollte sich einer der größten Schrottplätze Marokkos befinden.

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Mit dem Zug nach Rabat

Kurz darauf fahren wir mit dem Zug nach Rabat und sind erst einmal völlig überrascht von der Pünktlichkeit, Sauberkeit und Leere des Zuges. Das ist definitiv anders als in Indien!

Die Hauptstadt des Landes, Rabat, erleben wir zwar nur am Rande, wir haben heute ja eine andere Mission, welche da heißt, Öl besorgen. Zu Fuß laufen wir vom Bahnhof Richtung Meer, dort soll die Werkstatt sein. Durch den Großstadtdschungel, der über verschiedene Souks führt, finden wir die Werkstatt. Da gerade aber Mittagspause ist, kaufen wir uns Kuchen und setzen uns an das tosende Meer.

Unsere „Ölmission“ führt dann schließlich auch zum Erfolg, bis wir allerdings wieder zurück in Kenitra sind, wird noch etwas Zeit vergehen.

Die Rückfahrt, wir mittlerweile ziemlich müde, da wir schwer bepackt zu Fuß alles gelaufen sind, gestaltet sich nämlich weniger erfolgreich, da der Zug zwar in Kenitra hält, allerdings an einer anderen Station, als der uns bekannten und welche dann auch die einzige bleibt. Das bekommen wir relativ schnell mit, allerdings müssen wir jetzt ca. 80 Kilometer bis zum nächsten Halt ausharren, so jedenfalls die Aussage von einem jungen Marokkaner, den wir im Zug kennenlernen, als der Schaffner kommt, und kein Wort Englisch spricht…

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Irrfahrt nach Sidi Slimane und Übernachtung bei Fremden

Sidi Slimane war also die nächste Haltestelle. Am Bahnsteig kommt der junge Marokkaner, erneut auf uns zu, er heißt Imad und meint in Kürze kommt der allerletzte Zug nach Kenitra oder wir könnten einfach mit zu ihm kommen, dort übernachten und am nächsten Tag in Ruhe zurückfahren.

Klingt nach Abenteuer. Kurzes Überlegen und wir stimmen zu. Imad ruft zu Hause an, um uns anzukündigen und kurze Zeit später sitzen wir bei Tee und Gebäck mit Imad und seiner Familie (Mama, Papa und Schwester) im Wohnzimmer.

Im Anschluss machen wir mit Imad einen Spaziergang durch seine Stadt und als wir um 23.30h zurückkommen steht auch schon der Couscous zum Essen bereit. Danach sitzen wir in Kuscheldecken eingewickelt mit der ganzen family auf der Couch und schauen marokkanisches Fernsehen. Als ob wir zur Familie gehören. Völlig normal.

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Nach einer ruhigen Nacht und einem leckeren Frühstück fährt Imad mit uns im Zug zurück nach Kenitra, da er dort die „Schwarzkopfacademy“ besucht.

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Für uns ein unvergessliches Erlebnis, am Anfang unserer Reise. Man stelle sich dieselbe Situation nur mal kurz in Gedanken in Deutschland vor…

Unsere Freundin Gisela, die wir letztes Jahr in Portugal kennengelernt haben, besucht uns auf ihrem Rückweg ebenfalls auf dem Camping in Kenitra und die Freude unseres Wiedersehens ist auf beiden Seiten riesengroß. Zusammen verbringen wir 2 schöne Tage.

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Der Campingplatzkoller- endlich „on the road again“

Und am 6. März 2018 ist es dann soweit. Nachdem wir schon eine ganze Zeit den Campingplatzkoller haben ist es für uns an der Zeit aufzubrechen. Unsere Freunde müssen ohnehin bald zurück nach Deutschland und wir brauchen dringend wieder unsere Freiheit und am dringendsten die Natur. Wir haben genug vom Großstadtchaos und vor allem, wir haben eine große Mission (Getriebereparatur), die wir jetzt bereit sind anzugehen!

Die 1. Kilometer fühlen sich erneut komisch an. Aber nachdem wir bereits 50 Kilometer hinter uns haben, kommt das Vertrauen zurück und zudem haben wir uns an unser neues Reisetempo von ca. 40km/h gewöhnt und fahren relativ relaxt. Entlang der Küste geht es über meist gut ausgebaute Straßen gen Süden. Offroadstrecken sind ebenfalls dabei, allerdings eher ungewollt, da wir mit unserem kaputten Getriebe, welches ja glücklicherweise überhaupt noch fährt, nichts provozieren wollen.

Aber kaum „on the road again“ haben wir es auch wieder zurück. Das Gefühl von Freiheit! Zudem können wir endlich wieder in der Natur stehen. Dies erweist sich allerdings als gar nicht so einfach, wie wir uns das vor unserer Reise gedacht haben. Entweder sind die einsamen Plätze von der Küstenwache „bewacht“ oder es gibt schlicht und einfach keine Plätze, wo man ungestört ist. Nichtsdestotrotz finden wir meist schöne Plätze und lernen immer wieder nette und inspirierende Menschen kennen.

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Kurzer Besuch im „weißen Haus“

Wir passieren Casablanca (casa=Haus  blanca= weiß), wo wir, außer an den roten Ampeln, nicht einmal anhalten, da es sich für uns einfach nur als eine große hässliche Stadt darstellt.

Außer dem Ruf, die Stadt zu sein, die einer europäischen Stadt wohl am nächsten kommt und der bekannten und ach so tollen Moschee Hassan II, die laut unserem 40-jährigen Reiseführerbuchs schon damals 8 EUR Eintritt kostete gibt es hier sowieso nichts Sehenswertes.

Der Eintritt zur Moschee bzw. des 9ha großen Milliardenbaus wäre uns zum einen sowieso zu teuer gewesen, zum anderen wollten wir auch keine Taschen füllen, die ohnehin schon voll sind.

Also für uns kein Grund, diese Stadt, Casa, wie sie von den Einheimischen genannt wird, anzusehen.

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Mit dem Fahrrad von Italien nach Südafrika

An einem einsamen Sandstrand vor El-Jadida sehen wir ein Zelt samt Fahrrad zwischen den Dünen stehen. Dann kommt auch schon direkt Ivan, ein Italiener, an. Er ruht sich hier aus, da sein Fuß Schwierigkeiten macht. Wir essen zusammen selbstgemachte vegane Burger und am Lagerfeuer erzählt er uns von seinem Vorhaben, von Italien bis nach Südafrika zu radeln und noch so manche Stories, die er bislang erlebte. Unglaublich!

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Der Weg nach Oualidia ist sehr idyllisch. Entlang frühlingshaft blühender grüner Wiesen, mit Bauern, die am Straßenrand sitzen und ihr Obst und Gemüse verkaufen. Wir bremsen und bekommen taschenweise erntefrisches Gemüse (der Garten ist direkt hinter dem Verkaufsstand) zum kleinen Preis.

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Nach zwei Nächten Verschnaufpause auf einem Campingplatz in Oualidia geht es weiter nach Safi, entlang einer etwas holprigen, Schlagloch übersäten Straße. Zur Entschädigung gibt`s schöne Landschaft, viele Bäume, Eselskarren und auffallend  nette Menschen, die uns alle zuwinken. Dafür wird`s entlang der Steilküste umso hässlicher, Marokkos größte Phosphat- und Chemiefabrik ist hier ansässig und verbreitet einen beißenden Geruch in der Gegend.

 

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Safi, bekannt für seine Keramikwaren wie Tajines, (Couscous)Teller und andere Waren. Hier schauen wir uns die schöne Medina an und landen durch Zufall in einer kleinen Gasse, wo ein Mann, der in einem kleinen Loch in der Wand, anders kann man es nicht nennen, sitzt und töpfert. Er zeigt uns verschiedene Arten Dinge zu formen und freut sich, dass wir ihm zuschauen und wir freuen uns ihm und seinen geschickten Händen zuschauen zu dürfen.

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Abends finden wir ein ruhiges Plätzchen am Strand. Die Nacht ist ruhig, allerdings kommen am nächsten Morgen Polizisten der Küstenwache, die sich unweit unseres Platzes befindet und meinen, wir könnten hier unmöglich übernachten (wenn die wüssten) und schlagen uns vor, dass wir uns vor ihr Gebäude stellen, dort haben sie uns im Blick und so wäre es sicherer. Sie wollen uns noch Fisch schenken, als wir ihnen erzählen, dass wir Veganer sind, bringen sie uns eine volle Tasche Gemüse und Reis. Wow, das ist marokkanische Gastfreundschaft.

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Essaouira- Perle am Atlantik

Entlang der Küste und des rauhen Atlantiks heißt unser nächstes angepeiltes Ziel Essaouira. Was für ein schön klingender Name. In der Nähe des Städtchens lassen wir uns auf einem Camping nieder, ziemlich einfach und eng, dafür günstig und mit super lieben Menschen, wie sich rausstellt. Nicht nur der alte Herr an der Rezeption, auch die Gäste.

Das ehemals portugiesische Städtchen, mit seinem Fischereihafen, seinen kleinen bunten Gässchen, in denen man Kunsthandwerkern bei ihren Holzeinlegearbeiten zuschauen kann, ist auch wegen seiner vielen Kunstgalerien und der dort herstammenden Gnaouamusik (welche offenbar Krankheiten heilen kann) besonders und sehenswert. Schöne antike Holztüren in allen möglichen Ausführungen lassen mein Herz höher schlagen.

Seit Langem gönnen wir uns hier auch mal wieder was Schönes für uns und so erstehen wir auf dem Souk eine wunderschöne Decke aus Kaktusseide in Blau- und Türkistönen, sowie passende Kissenüberzüge und ich erstehe noch einen ganz besonders schönen Thuja-Holzlöffel.

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Mit dem Bus nach Marrakech

Die relativ kurze Distanz (180 km) zu Marrakech nehmen wir zum Anlass, unser Auto für 3 Tage auf dem Camping in Essaouira zu belassen und einen Ausflug mit dem Bus dorthin zu machen. Die 30 Dirham fürs Parken p.T., 160 Dirham p.P. für den Bus, sowie 350 Dirham für 2 Übernachtungen in einem Riad sind es uns wert, einmal „Urlaub“ zu machen. Wow, ein richtiges Bett und Bad nach so langer Zeit im Camper? Wir freuen uns und buchen über`s Internet ein Riad (alte Stadthäuser, die zu Hotels umgebaut sind und meist einen Innenhof besitzen). Als wir dieses nach langem Suchen in der Innenstadt von Marrakech finden, sind wir uns recht schnell einig, hier nicht zu bleiben. Die Fotos und die Realität sind so different, dass wir uns echt betrogen vorkommen. Es ist aber kein Problem eine andere Unterkunft zu finden und so haben wir am Ende ein schönes Zimmer in einem wunderschönen kleinen Riad, mit Bad und einer tollen Dachterrasse und alles für den gleichen Preis, den wir in dem anderen bezahlt hätten.

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„Platz der Geköpften“

Wir machen uns auf zum Djemaa-el-Fna, dem „Platz der Geköpften“. Angeblich wurden hier früher die Köpfe der Hingerichteten auf Stangen gespießt aufgestellt. Was für eine Horrorvorstellung!

Auf diesem Platz spielt jedenfalls das Leben! Gaukler, Wasserträger, Schlangenbeschwörer, Affendresseure, Märchenerzähler, Akrobaten, Musikanten, Hennamalerinnen und zudem unzählige Fress- Obstsaftstände und natürlich Touristenmassen (vorrangig Gruppen) treffen hier vor allem abends aufeinander und wenn auch sicherlich nur halb authentisch marokkanisch, liebe ich diese Stadt und diesen Platz.

Bereits vor 20 Jahren war ich schon hier, damals allerdings ebenfalls in einer Gruppe, man bat uns zusammen zu bleiben, da die Nähe zur Wüste immer wieder zu Entführungen führen würde. Damals, ich erinnere mich noch gut daran, hatte ich mit Montezumas Rache zu kämpfen, zudem war es eine meiner 1. Reisen außerhalb Europas und die arabische Mentalität viel zu fremd. Dennoch fand ich dieses orientalische und andersartige Flair dieser Stadt so beeindruckend, dass ich hier unbedingt nochmals herkommen wollte. Und vor allem, wollte ich sie Mölli zeigen!

Und dieses Mal ist alles anders. Es geht mir gut, so gut, dass es kaum zu beschreiben ist und in Marokko fühle ich mich mittlerweile so heimisch, dass ich die Atmosphäre hier richtig genießen kann. Von den Dachterrassen unterschiedlicher Cafes und Restaurants  beobachten wir die kommenden Tage das bunte Treiben auf dem Platz. Interessant, wie sich der Platz zu verschiedenen Zeiten des Tages offenbart. Am spannendsten ist für uns aber immer der Abend, wenn es ans Aufbauen der Fressstände geht und sich der Platz zunehmend füllt.

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Marrakech- Szenen wie aus tausend und einer Nacht… 

Den Souk in Marrakech hatte ich von damals auch noch als riesigen Irrgarten in meiner Erinnerung. Das bleibt auch dieses Mal so. Wir genießen es dennoch, uns in den verwinkelten und verwirrenden kleinen Gässchen, die teils mit Schilfmatten überdacht sind, um vor Sonne oder Regen zu schützen, zu verirren.

Der Souk ist auch mehr als nur traditioneller Supermarkt der Einheimischen, er ist vielmehr Arbeits- und Verkaufsstätte zugleich. So sind die Viertel des Souks nach Handwerkszweigen unterteilt, es gibt den Töpfer-, Wollfärber-, Tischler-, Schneider-, Babuschen (Schuhe)-, Leder-, Schneider-, Schmuck-, Apothekersouk, diverse  Schmieden und das Gerberviertel, wo die Lederwaren gegerbt werden. Das haben wir uns jedoch bewusst nicht angeschaut, da wir uns als Tierliebhaber zum einen und als Menschenliebhaber zum anderen, diesen Anblick ersparen wollten. An dem dortigen Gestank, sowie den unmenschlichen Bedingungen, unter denen dort gearbeitet wird, hat sich wohl im Laufe der Jahre nicht allzu viel verändert.

Bei anderen Arbeiten wie dem Wolle bzw. Stoff färben, Messingarbeiten für Lampen oder Tischlerarbeiten für fein ziselierte Kästchen oder Holzmöbel halten wir aber immer wieder gerne an, um einen Eindruck der Arbeit zu erhalten und mit den Menschen zu quatschen. Denn wann bietet sich sonst schon die Möglichkeit, das Entstehen einer Ware bis zum Verkauf zu verfolgen.

Unter meist widrigen Umständen bzgl. Werkzeug, Unterkunft, Licht, Hitze wird dort bis spät in die Nacht gewerkelt.

Der Souk scheint für die Einheimischen ebenfalls eine Art Begegnungsstätte zu sein, wo man sich trifft und den neuesten Tratsch und Klatsch austauscht.

An den unzähligen Saftständen auf dem Djemaa-El-Fna, wo jeder um die Aufmerksamkeit der Spaziergänger buhlt, machen wir uns einen Spaß daraus, genau dort einen Saft zu kaufen, wo niemand wild gestikulierend und schreiend hinter dem Tresen steht. Prompt werden wir mit einem Nachschub belohnt!

Manchmal stellen wir uns auch einfach nur mitten auf den riesigen Platz und beobachten die Szenerie. Ein buntes Gewirr. Die meisten „Aussteller“ verlangen mittlerweile für Fotos Geld, so z.B. ein Mann, der vor sich auf dem Tisch unzählige Gebisse und Zähne ausgebreitet hat und zum Verkauf (oder Tausch?) anbietet oder die Schlangenbeschwörer, die auf dem Boden sitzend und Flöte spielend ihre Kobras aus dem Korb locken. Jeder ist scheinbar darauf aus, dem Touristen, dem das Geld im Urlaub eher locker sitzt, ein paar Dirham zu entlocken, seien es die Männer mit ihren an Ketten gelegten kleinen Äffchen, die sie einem für ein Foto auf die Schulter setzen, die Wasserträger, die man an ihren Glöckchen schon aus der Ferne hört und die früher eine wirklich bedeutende Rolle spielten, als hier noch Karawanen vorbeizogen oder die Musikanten, die mit ihren nostalgisch aussehenden Instrumenten orientalische Klänge erzeugen .

Die meisten Touris geben bereitwillig ein paar Dirham, das scheint den Schnappschuss wert, den man später den Daheimgebliebenen zeigen oder auf Facebook posten kann.

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Gerüche des Orients

Der Duft von Zimt, Safran, Anis, Kumin, Lorbeer, Moschus & Minze liegt in der Luft-  Gerüche des Orients. Wir lieben das. Einfach im Moment zu leben und ihn zu genießen, dafür ist Marrakech einfach perfekt.

Wir erkunden sämtliche Sehenswürdigkeiten zu Fuß und genießen es, einfach mal wieder ein bisschen zu laufen. Der El-Badi-Palast, der von einem Sultan im 16 Jahrhundert erbaut wurde, später aber komplett zerstört wurde, war eine der mächtigsten Palastanlagen des Maghreb und die dortigen Grundmauern lassen die einstige Dimension nur erahnen. Der dortige Ausblick über die Stadt ist jedenfalls ebenso sehenswert wie der Palast selbst. Zudem nisten auf den Palastmauern etliche Störche, die man aus kurzer Distanz beobachten kann.

Wir sind froh über die angenehmen Temperaturen, ist es doch glücklicherweise recht bewölkt und somit nicht zu heiß. Zwischendrin suchen wir immer mal wieder einer der riesigen Grünanlagen (Gärten) auf, um uns im grünen Gras etwas auszuruhen.

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Unter Arganbäumen in Sidi Kouki

Zurück in Essaouira verabschieden wir uns am nächsten Tag von unseren neuen Bekanntschaften und machen uns auf den Weg nach Sidi Kouki, einem kleinen Surferspot.

Mitten in der Dunkelheit, nachdem wir eine schier endlos erscheinende Offroadsandpiste fahren, finden wir einen Platz außerhalb des Ortes auf einer Klippe am Meer, viel mehr ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht sichtbar.

Erst am nächsten Morgen sehen wir die ganze Schönheit dieses Gebiets. Wir parken um und haben für die nächste Woche einen idyllischen Vorgarten mit Arganbäumen, spargelartigem Gewächs und wildem Oregano, unweit vom Meer. Außerdem kommen immer mal wieder Schildkröten, Kamele, Pferde, Schafe, Ziegen, sowie Hund und Katz vorbei.IMG_8700 (2)edit

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Das einzige Manko, der kilometerlange einsame Sandstrand ist übersäht mit Plastik und sonstigem Müll, vor allem Kunststoffseilen und –netzen von Fischern. Beachcleaning ist hier aussichtlos, dies, sowie die Tatsache, was wir Menschen mit unseren Meeren anrichten, unserer Umwelt antun, das stimmt mich sehr traurig. Gerade hier in Marokko ist der Müll wirklich ein großes Problem und wir treffen auch leider immer wieder auf Menschen, die null Umweltbewusstsein haben.

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Brotexpress per Esel

Jeden Morgen kommt ein älterer Mann auf seinem Eselchen an unser Auto, ruft und gibt uns für ein paar Dirham frisches Hobs (Fladenbrot) und ein paar süße Hefeschnecken. Der Platz fühlt sich gut an. Wir haben hier auch etwas mehr Kontakt zu den Einheimischen, die oft auf ein Wasser oder einen Tee auf dem Heimweg bei uns halten und uns sogar zu sich einladen. Bei einer kleinen Wanderung in der Umgebung landen wir in einem kleinen Örtchen und völlig unverhofft in einer Frauenkooperative, die Arganöl herstellt. Wir sehen zuerst zu und fragen dann, ob wir nicht helfen können und sogleich werden wir mit Steinen „bewaffnet“ und das Nüsse knacken geht los. Wir können uns leider verbal nicht verständigen, aber mit Händen und sonstiger Gestik dann irgendwie doch, zudem haben wir alle Spaß, was die Hauptsache ist.

Wir lernen auch hier unweit unseres Platzes nette Menschen, ebenfalls Reisende, kennen und verbringen schöne Stunden.

Hier hätten wir wohl noch mehr Zeit verbringen können, allerdings saß uns mittlerweile schon etwas die Zeit im Nacken. Die 3 Monate Visum waren in knapp 2 Wochen um und wir wussten noch nicht wie bzw. ob wir überhaupt eine Verlängerung um weitere 3 Monate bekommen würden, zudem war unser Getriebe noch immer kaputt. Und als Alfons, einer unserer neuen Bekanntschaften, der ebenfalls eine Verlängerung seines Visas wollte, mit der Info der Polizeistation aus Agadir zurückkommt, dass er diese nicht bekommt, satteln wir dann doch mal wieder unser „Eselchen“.

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Auf dem größten Schrottplatz Marokkos

Unser nächstes Ziel soll der Schrottplatz bei Ait Melloul, einem Stadtteil von Agadir sein. Die Fahrt dorthin ist schön, es geht durch eine idyllische Landschaft von Arganbäumen, an den Straßen sitzen immer wieder Menschen, die ihr selbstgepresstes Arganöl oder Honig verkaufen. Durch das größte Bananenanbaugebiet Marokkos geht es weiter an der Küste durch Agadir durch, bis wir nach langer Irrfahrt endlich den Schrottplatz finden. Dieser war weder ausgeschildert noch schien ihn irgendwer hier zu kennen. Komisch, hatten uns doch andere Reisebekanntschaften mehrfach erzählt, dass dieser nicht zu übersehen sei und man ihn quasi bei der Fahrt in Richtung Süden durchquert. Hm, also wir finden ihn schließlich mehr oder weniger durch Zufall und er liegt uneinsichtig hinter Mauern. Nichts desto trotz ist er riesig. Hier sollte doch ein Unimoggetriebe zu finden sein. Wobei wir auf unserer bisherigen Tour noch keinen einzigen gesehen hatten.

Am Eingang werden wir direkt von Mohammed abgefangen. Mit Händen und Füßen und arabischer bzw. französischer Google-Übersetzung tut Mölli kund, was wir suchen. Die Beiden gehen los und kommen ca. eine halbe Stunde später wieder. Mölli berichtet von endlos vielen und vollen Hallen, leider ohne Unimoggetriebe. Mohammed will sich aber umhören und sich bei uns melden. Okay, wenigstens haben wir hier jetzt erst mal den Ball ins Rollen gebracht (so war jedenfalls unsere Vorstellung bzw. Hoffnung).

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Unterwegs im Paradise Valley

Parallel wollen wir jetzt aber noch die ADAC-Außenstelle in Agadir kontaktieren, von der dortigen Mitarbeiterin Frau Grätz haben wir nämlich in unserem 40-jährigen Reiseführer gelesen. Bis dahin waren wir nämlich der Ansicht, dass Marokko in den Leistungen des ADACs gar nicht enthalten sei, da es ja außerhalb Europas liegt. Ob die besagte Frau Grätz allerdings noch lebt und die Telefonnummer überhaupt (noch) stimmt wissen wir bis dato noch nicht. Der Versuch sie anzurufen klappt auf Anhieb. Wir wollen am liebsten bzgl. diverser Fragen (Getriebe, Visaverlängerung etc.) mit ihr persönlich sprechen und sie schlägt vor, bei ihr vorbeizukommen. Gesagt, getan- zurück nach Agadir. Nach einer ebenfalls etwas längeren Suche ihrer Adresse kommen wir völlig abgehetzt bei ihr an.

Sie informiert uns, dass der ADAC, im Falle eines Teileimports von Deutschland nach Marokko kostenlos die Versand- und Zollabwicklung übernimmt und im Falle, dass das Fahrzeug nicht fahrfähig wäre, der Transport auf einem LKW nach Spanien erfolgt. Wir hoffen zwar zu diesem Zeitpunkt, beides nicht in Anspruch nehmen zu müssen, aber ein gutes Gefühl gab es uns trotzdem erst einmal.

Und wegen unserer Visaverlängerung und der eventuell bevorstehenden Reparatur, die Mölli alleine durchführen wollte, empfiehlt sie uns einen Campingplatz ca. 25km von Agadir entfernt, im sog. Paradise valley. Dort fahren wir dann auch sogleich hin. Ein wirklich sehr sauberer und schön gelegener Campingplatz in einem Tal in Richtung Immouzer erwartet uns. Nicht sehr viele Camper, mit einem Pool und atemberaubender Kulisse. Betrieben von einem Marokkaner und seiner deutschen Frau, die zeitweise hier, meistens aber in Deutschland leben. Zur Zeit sind sie hier und so nutzen wir gleich am nächsten Tag die Gelegenheit mit dem Betreiber unser Vorhaben zu besprechen und ihn auf die Visaverlängerung anzusprechen. Beides sollte problemlos möglich sein, wow, welch Erleichterung.

Ed, unser britischer Freund, der momentan ebenfalls in Marokko und im Camper unterwegs ist, leistet uns Gesellschaft und bietet seine Hilfe für die bevorstehende Reparatur an. Diese liegt allerdings noch in ferner Zukunft, haben wir ja weder ein neues Getriebe geschweige denn überhaupt etwas von Mohammed bzgl. der Suche gehört. Und hätten wir ihn nicht nochmals kontaktiert, würden wir wohl heute noch auf seinen Rückruf warten.

Uns ist dann jedenfalls irgendwann klar, dass die Getriebesuche hier in Marokko schwer bis unmöglich ist und so suchen wir im Internet in Deutschland und kontaktieren ebenfalls einen Freund, den wir um Unterstützung bei der Suche bitten.

 Visaverlängerung und korrupte Beamten

In der Zwischenzeit füllen wir sämtliche Dokumente für unsere Visumverlängerung aus, lassen 8 Passfotos pro Person machen (die wir alle brauchten), gehen zur hiesigen Gemeinde um sie abstempeln zu lassen, um dann letztendlich bei der Polizei die Anträge abzugeben. Der dortige Beamte ist doch tatsächlich so dreist und fordert 200 Dirham, um die Anträge überhaupt zu bearbeiten. Im Nachhinein ärgere ich mich richtig, nicht seinen Vorgesetzten verlangt zu haben, in Anbetracht unserer Situation und des stärker werdenden Zeitdrucks hielten wir es aber für die schnellste und sicherste Variante eine Verlängerung zu erhalten. Soviel zum Thema Korruption.

Die Bearbeitung geht dann immerhin sehr schnell und innerhalb von ein paar Tagen halten wir ein abgestempeltes Dokument in Händen. Es war in französischer Sprache und wie wir später erfahren nur die Beantragung, wir hatten also weder eine konkrete Zusicherung, noch einen Stempel im Reisepass erhalten, was aber zum Glück zu keinerlei Schwierigkeiten bei unserer Ausreise führte.

MMMM – Motts Magical Maroccan Moments

Mit Ed verbringen wir eine schöne Zeit und unternehmen viele Ausflüge in seinem Camper in die Umgebung. Ed, mit Nachnahmen Mott, will uns von unseren derzeitigen Getriebesorgen ablenken und zeigt uns Orte, an denen er bereits war oder wir erkunden neues Terrain. So wurde „MMMM – Motts Magical Maroccan Moments“ zum „insider“. Wir wandern im Paradise Valley, inmitten einer gewaltigen Schlucht, entlang eines Flusses bzw. Flussbetts und ebenso entlang der Felskante mit traumhaften Aussichten. Wir besuchen die Strand- und Surferdörfchen Tagazout und Imsouane, malerische, wunderschöne Dörfchen entlang der Westküste! Wir gehen auf Gemüse- und Flohmärkte, kochen und essen zusammen und erhalten fast täglich private Musikkonzerte von Ed oder jammen alle zusammen.

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Arbeiten auf einer marokkanischen Ökofarm

Was die bevorstehende Reparatur auf dem Camping anging werden wir uns immer unsicherer, ob es dem Betreiber vielleicht doch nicht so recht ist (ggfls. zwecks Lärmbelästigung, Dreck etc.) und so muss auch hier Plan B her! Und der heißt in unserem Falle WWOOFING!

Wwoofing (World Wide Opportunities On Organic Farms), diese Art auf Reisen zu arbeiten kennen wir bereits und wollten wir ohnehin gerne auch außerhalb Europas fortführen. Hierbei hilft man bei diversen Arbeiten im Garten- & Hausbereich und lernt dabei sehr viel über ökologischen Anbau von Obst/Gemüse, aber auch Kompost & Komposttoilette etc., im Austausch erhält man freie Kost und Logis. So jedenfalls der „Normalfall“. Und da die Hosts, also die Anbieter, meist selbst oft (Ex)-Reisende oder zumindest weltoffene Menschen sind, hofften wir auf gute Chancen, einen Platz für die Durchführung unserer Reparatur zu finden und konnten uns einen Deal gut vorstellen.

Wir könnten auf der Farm helfen, im Gegenzug schrauben. Hauptsächlich ging es uns aber nur darum, ein sicheres Gelände zu finden, da wir sämtliche Sachen und Werkzeuge aus dem Auto räumen mussten.

Und wie der „Zufall“ oder das Schicksal so will, gibt es in der Nähe von Agadir auch nur eine Wwoofing-Farm, betrieben von einem Franzosen, Benoit. Nachdem wir ihm unsere Situation schildern war schnell klar, dass unser vorgeschlagener „Deal“ klar geht.

Welcome to the vegan paradise

Die Woche darauf stehen wir, zusammen mit Ed, auf der Farm von Ben bzw. Hassan. Hassan, wie wir erfahren, ist nämlich der marokkanische Part, dem das Land gehört. Ben, welcher seit knapp einem halben Jahr hier mit Unterbrechungen lebt, hat große Pläne, die er uns beim Rundgang erläutert.

Wir sind erst einmal völlig geflasht. Ein riesiges Grünhaus, voll mit Biogemüse und ein großer Garten, aus denen wir uns fortan nach Lust und Laune bedienen können. Tomaten- alles voll, Paprika, Kohl, Zwiebeln, Auberginen, Kartoffeln, Karotten, Blumenkohl, Zucchini, Salat, Rucola und Kräuter aller Art. Im Orangengarten gibt es unzählige Orangen-, Feigen- und Granatapfelbäume. Das wahre Veganerparadies.

Bens Pläne liegen für uns erst einmal in weiter Zukunft, wollen wir zuerst einmal mit dem Bau eines Zaun ums Haus starten.

Die Bewässerungsanlage für den Orangen- bzw. zukünftigen zusätzlichen Gemüse-/Kräutergarten, der Bau eines Lehmofens/Kochstelle, der Bau einer Pergolakonstruktion (schweißen), Vervollständigung der Terrasse, sowie Pflanzung von Bäumen, Gemüse etc. konnten dann nach und nach in Angriff genommen werden. Dass wir dies allerdings alles während der nächsten 8 Wochen erledigen würden, hätten wir im Vorfeld nicht gedacht, hatten wir ja eigentlich auch früher oder später noch ein Getriebe zu wechseln.

Ed verlässt die Farm einen Tag später, war er doch plötzlich in Schreibstimmung, auf die er schon länger wartete.

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Es geht voran

Die ersten zwei Wochen sind wir, zusammen mit Ben, sehr fleißig und realisieren schon die Hälfte seiner To-do-Liste. Die Temperaturen sind sehr angenehm, lediglich der Wind macht uns teils zu schaffen, wirbelt er den Sand, welcher den Großteil der 7ha bedeckt, doch ganz schön durch die Luft. Das sahen wir schon als kommendes Problem für unsere Reparatur auf uns zukommen.

Wir bauen einen Zaun aus Zuckerrohr und Draht, damit die Schafe, Ziegen und die Eselina sich nicht über die Kräuter vor dem Haus hermachen können.

Ein weiterer Wwoofer aus Südkorea kommt dazu, zusammen mit ihm und Ben unternehmen wir eine Motorradtour nach Tifnit, einem kleinen Fischerdörfchen, das ungefähr 15 Minuten von uns entfernt liegt und wo Ben ein weiteres anstehendes Projekt hat- eine Art Surferhostel. Weiter geht`s über sandige Pisten entlang der Klippen, vorbei an Kamelherden und wilden Hunden, die uns bellend hinterherrennen.

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Kampf dem Klimawandel – wir pflanzen Bäume!

Ich pflanze den 1. Baum in meinem Leben, ein Orangenbäumchen!! Wow, das wollte ich schon immer mal! Zudem setze ich kleine Tomatenstöckchen und freue mich, ihnen bei ihrem Wachstum zuzuschauen.

Wir ziehen aus Samen und Kernen kleine Pflänzchen, streuen Saat aus, trocknen Samen und Kräuter, kochen Tomatensoße ein, bauen einen Lehmofen aus Steinen und Lehm, ein Holzbett/-couch, sowie die Bewässerungsanlage. Die Krönung ist dann unsere 1. selbstgemachte Pizza aus unserem selbstgebauten Lehmofen! Leckeeeeer!

Ben begleitet uns mit dem Bus nach Agadir, wo wir nochmals bei Frau Grätz (ADAC) vorbei müssen, um einige Dokumente bzgl. des Getriebes abzugeben. Auf dem Rückweg besuchen wir noch seinen Freund in Inzegane in der „la Ferrail“, einem riesigen Schrottplatz bzw. Recyclinghof, wo sich riesige Schrotthaufen türmen und man den Handwerkern bei der Arbeit zuschauen kann. In kleinen Buden wird gehämmert, geschweißt, gemeißelt und gesägt. Es war interessant anzuschauen und vor allem Mölli war hell auf begeistert.

Zwei Wochen lang sind wir die Hausherren, da Ben nach Europa muss. Wir freuen uns über sein Vertrauen und genießen diese  Zeit sehr, konnten wir uns doch in seinen vier Wänden etwas ausbreiten und ganz nach unserem Tempo werkeln.

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Getriebewechsel im Ramadan

Und eines schönen Tages ist es dann auch soweit! Kurz bevor der Ramadan (Fastenmonat im Islam) startet wird unser Getriebe angeliefert, in einer großen Holztransportbox in einem Renault Kangoo… Nach einigen Anläufen findet es nach marokkanischer Methode den Weg auf die Erde. Die Box steht nun nämlich seitlich und Mölli Kopf. Aber ein 1. Check nach dem Öffnen der Box sieht gut aus.

Glücklicherweise hat uns Ben ein Berberzelt zur Verfügung gestellt, welches wir neben unserem Auto aufgebaut haben und welches wir zur Unterstellung unseres „Hausrats“ nehmen können.

Nachdem wir sämtliche Vorbereitungen getroffen haben, sprich Auto ausräumen, Sitze ausbauen, aufbocken, Bau eines provisorischen Krans mit unserem High-Jack, geht es nun an den einfacheren Teil, den Ausbau des Getriebes. Also wenn man bei diesem Fahrzeug überhaupt von einfach sprechen kann.

Mit Vasin, der hier für die hier lebenden Tiere wie Schafe, Ziegen, Hühner, Truthähne, Katzen, Hund, Pferd zuständig ist und mit Hilfe seiner Eselina gelingt es uns schließlich, das neue Getriebe an die richtige Position zu zerren, wenn sie sich anfangs auch recht störrisch verhält. Nach verrichteter Arbeit gibt`s immerhin Streicheleinheiten und frische Bio-Karotten.

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Harte Zeiten

Und dann stehen uns die bisher härtesten zwei Wochen unseres bisherigen Zusammenseins bevor. Ein ständiges Auf und Ab, zwischen Hoffen und Bangen. Geht alles gut beim Ausbau und nichts weiter kaputt bzw. kommt mehr zum Vorschein, ist das neue Getriebe okay und bekommen wir es unbeschadet rein? Und das natürlich alles ohne irgendwelche Verletzungen unsererseits und am besten ohne weitere marokkanische Helfer. Das wir auf die früher oder später angewiesen sein würden hatten wir mit eingeplant, Mölli wollte aber weder jemanden beim auseinander- noch beim zusammenschrauben dabei haben, lediglich beim Getriebeeinbau.

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Es ist drin!

Aber, tadaaaaa, Mölli hat es geschafft und erfolgreich einen Getriebewechsel durchgeführt! Mit Hilfe meiner Assistenz, die sich meist nur auf festhalten, Werkzeug reichen oder auch nur auf seelischen Beistand bezog.

Unter teils widrigen Umständen, war es der Wind, welcher den Sand aufwirbelte und somit jede ölige Stelle „panierte“ oder die ekligen kleinen Dreizackdornen am Boden, welche irgendwann überall steckten. Es gab einige Hürden, aber Mölli ertrag sie oder umschiffte sie trick- und einfallsreich. Ich bin so stolz auf ihn! Er (und ich) kamen ohne größere Verletzungen davon, alle Teile blieben unbeschädigt und alles funktioniert wieder! Ich bin um einiges reicher an Erfahrungen und zudem fertig mit den Nerven…

Zum Abschluss und für den symbolischen Charakter machen wir am Abend ein riesiges Lagerfeuer, wo Mölli sich zwar einerseits schweren Herzens, andererseits voller Erleichterung von seinem treuen blauen Arbeitsoverall trennt. Aber dieser war mittlerweile so ölig und mit Brand- und anderen Löchern übersäht, dass es nun an der Zeit war.

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Tragisches Ereignis im Orangengarten

Dass zur Zeit Ramadan ist stört uns nicht allzu sehr, lediglich die Einkaufszeiten sind sehr eingeschränkt und Mölli darf in der Öffentlichkeit nicht rauchen, aber so fahren wir meist abends mit unserem Motorrad in die nächstgelegene Stadt, um uns mit Brot, Kuchen oder anderen Lebensmitteln zu versorgen. Diese Zeiten nutzen wir, ebenso wie weitere Arbeiten rund ums Haus (Pergola- und Terrassenbau) und dem Bau eines Zuckerrohr-Regals im Unimog, als kleine Ablenkung bzw. Auszeit zwischen der Reparatur.

Wir genießen es, unsere frisch gepflanzten Saaten und Pflänzchen wachsen zu sehen, was allerdings von einem tragischen Ereignis überschattet wird, als wir erfahren, dass die Schafe und Ziegen sich darüber her machten, weil wohl irgendwer die Tür nicht richtig geschlossen hatte… Glücklicherweise wurden sie noch rechtzeitig bemerkt und somit nicht alles abgefressen. Ben teilen wir dieses Ereignis erst mal nicht mit, das würde womöglich nur seine Stimmung trüben und machen konnte er ja ohnehin nichts.

Vasin bringt uns mit Hilfe von Eselina öfters Brot und auch Wasser, da es hier kein Trinkwasser gibt. Von Hassans Familie werden wir mit frisch gepflückten Orangen und Couscous versorgt. Wir fühlen uns hier sehr wohl und vor allem haben wir während der Reparatur keinerlei Zeitdruck, was die Situation sehr entspannt.

Für die Marokkaner selbst bedeutet Ramadan, dass sie bis Sonnenuntergang, welcher so gegen 19.30h ist mit dem Essen und Trinken warten müssen. Für die 29 Tage des Ramadans wird sogar extra die Uhrzeit um eine Stunde vorgestellt, damit der Sonnenuntergang früher ist.

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Der ADAC unser Freund & Helfer

Der ADAC war uns wirklich eine riesige Hilfe. So regelten sie nicht nur den Import und den Transport zur Farm, sondern holten sogar das alte Getriebe ab und brachten es zum Zoll nach Tanger Med (hierzu später mehr) und das alles kostenfrei. Also der ADAC- wirklich ein richtiger Freund & Helfer und Frau Grätz, ein wahrer Engel!

Nach einer sehr intensiven Zeit mit und bei Ben, in der wir so viel lernen und ausprobieren durften, heißt es für uns dann aber irgendwann Abschied nehmen. Wir haben jetzt noch knapp 3 Wochen, bis unser Visum abläuft. Das ist ohnehin schon ziemlich kurz… Aber da wir auch nicht schnurstracks dieselbe Straße, sprich die Küstenstraße, wieder nach Norden fahren wollen, plane ich einen Roadtrip, welcher zuerst Richtung Osten führen sollte.

Zum Ende des Ramadans gibt es ein großes Fest, das sog. „Aid Fitre“, zu dem wir bei Hassans Familie eingeladen sind. Es gibt unzählige Kuchen und Gebäck und es ist interessant, an diesem, für Moslems wichtigen Tag, dabei sein zu dürfen. Es erinnert mich an unsere Adventszeit, die Familie kommt zusammen (eine sehr große), alle sind schick gekleidet und es gibt viel zu Essen. Hassan, der hier in dem kleinen Ort Touzaikou eine Art Vorsitzender für sämtliche Belange ist, zeigt uns noch die eigenständige Wasserversorgung in Form eines Wasserturms und Wasserbeckens, welche in der Gegend einmalig ist, da ansonsten alles verstaatlicht ist, sowie andere Projekte des kleinen Ortes wie z.B. Solarpanels zur Stromgewinnung, privater Schulbusservice etc.

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Abschied von der Farm & Ehrengäste beim Fußballturnier

Bevor wir uns ganz verabschieden, lädt uns Hassan mit seiner Familie nochmals zum Essen nach Agadir, in seinen Wohnort, ein, dies ist dann auch die Jungfernfahrt mit unserem neuen Getriebe. Und- alles funktioniert tadellos! Was für eine riesige Erleichterung.

Bei unserem mittlerweile ebenfalls liebgewonnenen Freund, ebenfalls namens Hassan, wollen wir uns auch noch verabschieden. Er versorgte uns die ganze Zeit über, zusätzlich zu „unserem eigenen“ Biogemüse, mit Gemüse aus seinem Garten. Wir durften sogar das hauseigene Hammam benutzen, das zuvor mit Holz angefeuert wurde.

Als wir ankommen, ist er allerdings gerade auf einem Fußballturnier in der Nähe, wo wir dann kurzerhand hinfahren. Als Ehrengäste werden wir vor der Siegerehrung namentlich begrüßt und dürfen sogar Medaillen und Pokale aushändigen. Was für ein Spaß- wir zwei, wo nicht mal wissen was ein Faul, Abseits oder ein Elfmeter sind…

Im Anschluss fahren wir gemeinsam nach Tifnit, wo wir bei Alain, einem Freund von Ben, zum Essen eingeladen sind. Was für ein schöner Abschluss unserer hiesigen Zeit.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns noch von Vasin, der Farm und von all unseren  liebgewonnenen Tieren, allen voran unsere Eselina. Unglaublich, aber wahr- beim Abschied laufen ihr Tränen über ihre Wangen.

Weiter geht`s zur Farm von Hassan. Dort bekommen wir noch ein riesiges frisch aus dem Garten geerntetes Biogemüsecarepaket zum Abschied, bevor wir schweren Herzens die Weiterfahrt antreten.

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Mulmiges Gefühl

Unseren 1. Stopp machen wir in Taroudannt, die Strecke dorthin ist flach und unspektakulär, mit dem Getriebe scheint alles in Ordnung zu sein. Wow.

Und wir hatten es ja kaum geglaubt- aber kaum raus aus der Region Agadir, stiegen die Temperaturen stetig. Hatten wir bislang konstante und angenehme Temperaturen um die 20 Grad, abends sogar recht kühl, hatten wir fortan keinen Abend mehr, an welchem wir nicht noch im T-Shirt draußen sein konnten.

Der Ort selbst ist ganz nett, auffällig viele junge Menschen, europäisch gekleidet, viele Familien mit Kleinkindern. Vielleicht liegt es auch an den Ferien, die momentan in Marokko sind. Wir entscheiden uns, hier auf einem Parkplatz, am Rande der Medina zu übernachten.

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Am nächsten Tag geht es am Fuße des hohen Atlas Richtung Ouarzazate. Aber selbst hier machen es ein paar beträchtliche Berge unserem Mogi (und anderen LKWs) nicht gerade leicht. So fahren wir einen Berg mit 12 km/h hinter einem anderen LKW hoch, um dann festzustellen, dass diese Geschwindigkeit wohl die optimale ist, um das Wasser unseres Mogis nicht zum Kochen zu bringen. Das war jedenfalls eine gute Erkenntnis daran.

Die steinwüstenartig anmutende Gegend mit ihren riesigen Felsformationen erinnert an Gebiete der USA und als dann auch noch eine nachgestellte amerikanische Tankstelle samt amerikanischer Fahrzeuge inmitten einer nachgestellten Szenerie erscheint, glaubt man sich wirklich auf einem anderen Kontinent zu befinden.

Wir sehen nun auch die 1. Palmenoasen und Lehmhäuser und -burgen, die wir seither nur von Fotos kannten. Unglaublich, wie zwischen tristen Steinlandschaften plötzlich grüne Oasen auftauchen.

Wir sind froh über unsere Entscheidung, doch noch Richtung Osten gefahren zu sein.

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Hollywoodflair inmitten des Atlasgebirges

Am nächsten Tag geht es weiter nach Tamssint und Ouarzazate, beide Städte wirken sehr europäisch. Geordnet, sauber, Reihenhausfeeling, mit übermäßiger Straßenbeleuchtung, was in Marokko ohnehin eine Seltenheit ist. Hotels, Quad- und Buggieverleiher reihen sich aneinander.

Hier in Tamssint wurden schon viele Filme gedreht, weshalb hier auch die Atlas-Filmstudios ansässig sind und warum es hier vielleicht so westlich aussieht. Wir parken in einem Wohngebiet, schauen uns die Stadt an und blieben über Nacht.

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Palmenoasen und Irrfahrt ins Glück

Über die sog. „Straße der Kasbahs“ geht es weiter nach Tinerhir.

„Kasbah“ bedeutet übrigens ein mehrstöckiges, burgartiges Haus aus Stampflehm gefertigt. Diese großen Sandburgen, wie sie teils aus der Ferne aussehen, befinden sich entlang der kompletten Strecke. Es ist jedes Mal ein malerischer Anblick im Kontrast zu den vielen Palmen von denen sie meist umgeben sind.

Über eine Art Wüstenplateau, das an eine Mondkulisse erinnert, gelangen wir nach Tinerhir, welches in 1.300m Höhe inmitten einer Palmenoase liegt. Es setzt sich aus 25 Oasendörfern zusammen, welche sich das Tal entlang schlängeln.

Während wir durch die Stadt fahren entdecke ich eine Post und wir stoppen. Ich brauche Briefmarken. Da die Post gerade vor meinen Augen schließt, nimmt dies ein junger Mann zum Anlass, uns anzusprechen und uns einen kleinen Laden zu zeigen, wo ich Briefmarken bekomme. Wow, wie nett! Gemeinsam gehen wir noch Gemüse kaufen und dann laden wir ihn zum Dank auf einen Kaffee ein. Im Anschluss zeigt er uns noch das sog. „Mellah“, das frühere jüdische Viertel, ein für uns endlos erscheinendes Labyrinth aus Gängen, Lehmbauten, Mauern. Hier leben wohl mittlerweile vorrangig meist verarmte Berber, oder Berber, die im Sommer als Nomaden in den Bergen unterwegs sind.

Es war äußerst interessant und wir sehr dankbar, dies erlebt zu haben, hätten wir uns alleine hier wohl eher nicht hineingetraut.

Wir wollen noch ein Stück fahren, um dann außerhalb der Stadt eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Am Ortsausgang hat man eine grandiose Sicht auf die gesamte Palmenoase und die Stadt, deren Farben im Licht der untergehenden Sonne noch schöner erstrahlen. So stellte ich mir Marokko immer in meinen Träumen vor. Und wir sind hier, mitten im hohen Atlas.

Plötzlich befinden wir uns inmitten riesiger Felsen, einer Schlucht. Mölli fragt noch beiläufig, „ist das jetzt die Todra-Schlucht?“, aber mein Blick auf die Karte zeigt die Todra-Schlucht in nördliche Richtung, wir waren allerdings östlich unterwegs. So war zumindest bis dahin mein Verständnis.

Aber was sollte das denn sonst für eine Schlucht sein? Ein weiterer Blick aufs Navi und ich erkenne, dass uns unser Navi wohl offensichtlich die kürzeste Route zu unserem nächsten angepeilten Ziel Errachidia leiten will und die verlief eben hier durch.

Auf der Karte sieht diese Strecke allerdings sehr kurvenreich aus, was wir aufgrund der großen Hitze und der damit immer wieder auftretenden Probleme unserer Kühlung vorerst umgehen wollen. Das bedeutet, zurück zu fahren!

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Heiße Nächte in der Todra-Schlucht

 Jedenfalls sind wir von dem Anblick der teils 1.000 m hohen Felswände sehr beeindruckt und entschließen uns hier zu übernachten. Wir sind die einzigen hier, bis auf einen jungen Typen, der am Fuße des Felsen ein kleines Cafe betreibt.

Er bestätigt, dass dies hier die Todra-Schlucht (Gorges du Todra) ist.

Hm, okay. Das hatten wir zwar nicht geplant, aber wir sind ja flexibel und zum anderen hatte dieser Ort hier wirklich etwas Magisches.

Die Nacht ist heiß, sogar so heiß, dass ich nachts nicht schlafen kann und raus muss, um mich abzukühlen. Belohnt werde ich dafür allerdings mit einem atemberaubenden Sternenhimmel. Durch die Schlucht in der wir uns befinden ist es stockfinster und so kann ich die Milchstraße sehen und innerhalb kürzester Zeit fallen einige Sternschnuppen. Ich wünschte in diesem Moment, ich könnte eines dieser beeindruckenden Milchstraßenbilder knipsen, aber das blieb vorerst nur ein Wunsch.

Das wir die einzigen Camper hier sind, liegt wohl an der Jahreszeit und kommt nicht allzu oft vor, das erzählen uns jedenfalls Jamal und Abdulah. Die zwei Brüder sind sozusagen die Securityguards eines dort entstehenden Hotels. Das Alte, welches direkt am Fluss steht, wurde von einem herabfallenden Felsen so schwer beschädigt, dass es nicht mehr betrieben werden kann. Sie sind dafür zuständig, den dortigen Bagger wie sämtliche andere Gerätschaften zu bewachen und dazu in einem provisorischen Häuschen untergebracht. Die beiden Berber stammen eigentlich aus den Bergen, wo ihre Familie auch wohnt.

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Zum Essen bei den Berbern

Die Beiden genießen sichtlich unsere Anwesenheit bzw. freuen sich über etwas Abwechslung von ihrem doch recht tristen Alltag. Sie laden uns immer wieder zum Tee bzw. Whiskey Maroc (Grüntee mit Thymian) ein und eines Abends sogar zum Tajine essen, wo wir unser restliches Gemüse noch beisteuern, da die Beiden ohnehin schon nicht viel hatten. Das Essen ist echt sensationell, ob das am stundenlangen Schmoren des Gemüses in der Keramiktajine liegt oder einfach an der gesamten Situation hier, in der Todra-Schlucht unter freiem Sternenhimmel?

Bevor wir weiterfahren tauschen wir noch ein paar Kleinigkeiten von uns gegen Mineralien und Steine der Beiden. Haben wir zwar schon genügend derer, wollen sie aber auch nicht beleidigen. Sie sind sehr dankbar über eine Stirnlampe, da sie nur eine kleine schlecht funktionierende Taschenlampe besitzen. Mölli bekommt zum Dank noch eine Berbermausfalle, nicht gerade sehr passend für einen Tierliebhaber und Veganer, allerdings ist er von deren Einfachheit, Funktionalität und Genialität so begeistert, dass er sie dankend annimmt.

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Mit dem anderen jungen Kerl aus dem kleinen Straßencafe verstehen wir uns ebenfalls super. In seiner kleinen gemütlichen Höhle kochen und essen wir zusammen. Da er ziemlich gut Englisch spricht und trotz, dass er aus einer ziemlich traditionellen Berberfamilie aus der Wüste abstammt, hat er sehr eigene und offene Gedanken, so gar nicht marokkotypisch. Es macht Spaß sich mit ihm auszutauschen, allerdings macht es mich auch traurig, dass er so gerne die Welt bereisen würde, es aber aus Kosten- und Ausreisegründen (zumindest momentan) nicht kann. Wieder einmal wurde mit das Privileg, als Deutsche quasi überall hinreisen zu dürfen und auch die finanziellen Mittel dafür zu haben, verdeutlicht.

Wir genießen es, unsere Füße im kalten Oued Todra abzukühlen und füllen all unsere Kanister mit bestem Felsquellwasser, bevor es für uns weitergeht.

Also, 15 km zurück nach Tinerhir und dann dieses Mal die richtige Abbiegung nach Errachidia nehmen. Aber genau solche Aktionen, wie diese kleine „Irrfahrt“, lieben wir so an unserem Reiseleben.

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An der blauen Quelle von Meski

Von Bekannten hören wir von Meski. Dort soll es schöne Quellen geben und auch einen Stellplatz (Source bleu de Meski).

Das wir allerdings bei der Einfahrt direkt auf dem Campingplatz landen würden, das wurde uns erst in dem Moment klar, als uns die Schranke geöffnet wird und ein freundlicher Marokkaner uns in sehr gutem Deutsch begrüßt, Mohammed alias Momo wie sich kurz darauf rausstellt.

Er stellt uns gleich einem schweizerischen Pärchen vor, die hier auch schon seit längerer Zeit verwurzelt scheinen. Wir hingegen sind uns erst mal noch gar nicht so sicher, ob wir hier überhaupt bleiben. Es ist ziemlich voll, eigentlich nur mit Marokkanern die hier campen und laut, es wird gesungen, gespielt oder die Musik aufgedreht. Irgendwie Festivalstimmung. Nach der Ruhe der letzten Tage kommt es uns vermutlich noch viel extremer vor. Vielleicht auch deshalb, weil das Wochenende unzählige marokkanische Tagesgäste anlockt.

Wir entscheiden uns erst einmal hier zu bleiben. Hier gibt es noch einiges zu erkunden und außerdem fühlen wir uns in der schweizerischen Gesellschaft und den „Mitarbeitern“ hier so wohl, dass wir noch gar nicht gehen wollten.

Baden waren wir allerdings nicht. Die dortige Quelle, welche oberhalb des Ziz-Flusses in einem tiefen von Palmen gefassten Taleinschnitt liegt, wurde gefasst und fließt durch ein Steinbecken (das Schwimmbad) und von dort in die angrenzenden Oasengärten.

Für uns jedoch viel zu kalt, voll und zugemüllt. Die Marokkaner hatten sichtlich Spaß.

Das war aber nicht weiter schlimm, gab es doch in Fußmarschnähe noch eine weitere Quelle, wo wir Trinkwasser holen und unsere Füße abkühlen konnten.

Durch die Palmenoase und über den Fluss gelangt man zu der halbverfallenen und riesigen Kasbah Meski mit gut erhaltenen Mauern, durch die man spazieren kann. Sie liegt auf einem Felssporn mit schönem Blick auf das Ziz-Tal.

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Geklaute Stühle

Dass wir unsere Stühle, Tisch und sonstiges Zeugs ins Auto verstauen, wenn wir uns weiter vom Auto entfernen, ist für uns in der Pampa meist normal, dass wir das allerdings auf dem Camping besser auch gemacht hätten erkannten wir spätestens dann, als wir von einer Einladung zum Tee zurück an unser Auto laufen.

Beide Stühle weg, der Tisch zum Glück wenigstens noch da.

Wir sind wütend, aber eigentlich noch viel trauriger darüber. Hatten wir ohnehin schon (extra) keine tollen neuen Stühle, sondern eher „Dachbodenfundstücke“ von Möllis damaligem Arbeitgeber, waren diese Stühle für uns einfach perfekt und hatten natürlich zudem einen ideellen Wert. Sie waren schlicht, stabil, bequem und vor allem platzsparend.

Es ist dem Betreiber sehr unangenehm und er bietet uns Plastikstühle von sich an, was wir wiederum nicht wollen, er kann ja nichts dafür. Da wir allerdings noch an die Gerechtigkeit auf der Welt glauben, wünschen wir dem Dieb einfach „BAD KARMA“, in sha Allah!!!

Dieses Ereignis war und blieb auch das Einzige dieser Art in Marokko, da wir meist schon sehr gut auf unsere Dinge aufpassen.

Trotz dieses unschönen Ereignisses wären wir wegen der Leute gerne noch länger geblieben (wir hatten uns mittlerweile auch an die Festivalstimmung gewöhnt und fanden es ganz witzig), allerdings saß uns die Zeit im Nacken und Meski war ohnehin schon eine Abweichung unserer geplanten Route.

Und, da wir jetzt nur noch ca. 130 km von der Wüste bzw. den größten Sanddünen Marokkos entfernt waren, entschlossen wir spontan, noch einen kleinen Umweg weiter südlich zu machen!

Die Wüste ruft- ein Traum wird wahr!

Über Erfoud geht es durch das Tafilalet-Gebiet weiter nach Merzouga zum Erg Chebbi, den größten Sanddünen Marokkos.

Das Tafilalet-Gebiet ist das größte zusammenhängende Oasengebiet Marokkos.

Auf dem Weg dorthin wollen wir noch ein 350 Jahre altes, versteinertes Korallenriff anschauen, das wir aber nicht finden. Komisch, so klein konnte das doch gar nicht sein. An einem Fossilienmuseum machen wir Halt, um nach dem Weg zu fragen. Wir verstehen uns mit dem dort arbeitenden jungen Mann so gut, dass wir noch einige Zeit bleiben, er uns alles zeigt, wir sogar den Arbeitern beim Bearbeiten der Steine bzw. Fossilien zuschauen dürfen und am Ende auch noch Mineralien geschenkt bekommen. Später sitzen wir alle draußen im Schatten, essen Melone und unterhalten uns über Gott und die Welt. Das Museum ist auch wirklich super informativ und schön gemacht. Es gibt Wissenswertes über die Geschichte der Fossilien und Mineralien und einen kleinen sich anschließenden Laden. Ach ja, das Korallenriff soll wohl an der „alten“ Straße nach Merzouga liegen, daher entscheiden wir uns, dass auf unserem Rückweg anzuschauen.

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Sonnenuntergang auf der Sanddüne
In Merzouga angekommen essen wir erst einmal eine Kleinigkeit in einem Imbiss, währenddessen textet uns ein ziemlich aufdringlicher Typ zu. Das kann man eigentlich nicht anders sagen, da er ohne Punkt und Komma spricht und es völlig ignoriert, dass wir ihm immerzu zu verstehen geben, dass wir weder an einer Kamel-, Wander- oder Jeeptour, noch an einer Unterkunft oder einem Swimmingpool interessiert sind, sondern unser Haus und alles, was wir brauchen dabei haben und einfach irgendwo hinfahren wollen, wo wir unsere Ruhe haben und für uns ALLEINE sind.

Das geht dann auch soweit, dass er sich noch an unser Auto hängt, während wir zur nahegelegenen höchsten Düne des Erg Chebbis fahren.

Wir hatten es also geschafft. Ein Highlight unserer Reise- die Wüste! Und nun waren wir hier. Unser 1. Sonnenuntergang auf einer Sanddüne mit Blick auf unseren Unimog. Einziger Wehrmutstropfen. Der nervige Typ sitzt neben uns und redet weiterhin ununterbrochen. Das mussten wir dann auch irgendwann mal so klar kommunizieren, dass er seine Sachen nahm und ging. Endlich! Zeit für uns und die Wüste!

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Heiße Vollmondnächte in der Wüste

Hier, an der wohl bekanntesten und belebtesten Stelle des Erg Chebbis wollen wir jedenfalls nicht übernachten und für eine weitere Wüstenfahrt ist es jetzt bereits zu dunkel. So fahren wir noch ungefähr 15 Kilometer weiter ausserorts, wo wir am Fuße einer Düne einen ruhigen Platz finden, weit ab von lästigen Verkäufern.

Zumindest bis zum nächsten Morgen, als ein Fossilienhändler gerade ankommt, als Mölli auf dem Weg zum morgendlichen Toilettengang ist. Freundlich, aber bestimmt erklärt Mölli ihm, dass es seine Gründe hat, weshalb wir hier, abseits der Zivilisation stehen und das wir weder an Trilobiten, Ammoniten oder Malachiten Interesse haben. So schnell man dazu im Sand in der Lage ist, packt er seine Sachen und fährt auf seinem Mofa davon. Das bleibt dann auch der einzige Besuch.

Die nächsten zwei Tage sind wirklich heftig. Die Sonne knallt den ganzen Tag aufs Auto, das Thermometer zeigt 42 Grad (am schattigen Unterboden des Mogis gemessen). Die wenigen Quadratmeter unter dem Auto waren dann auch der einzige Schatten weit und breit! Unser Wasserverbrauch stieg immens.

Die Nächte waren noch immer warm, so um die 30 Grad. Die einzige Abkühlung ist eine Düne neben unserem Auto, deren eine Seite etwas abgekühlt ist. Wie die kleinen Kinder springen wir von ihr und kullern uns den Hang hinab.

Dass gerade Vollmond ist hat einen ganz besonderen Reiz, hüllt er die ganze Szenerie in eine Stimmung die surreal wirkt. Im Schein des Mondes glitzern die Dünen und wir sehen sogar eine Wüstenspringmaus, die zu uns kommt, die hätten wir bei stockfinsterer Nacht wohl nicht gesehen.

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Zeitreise – 350 Mio. Jahre altes versteinertes Korallenriff bei Erfoud

Wir genießen unsere 1. Wüstenerfahrung sehr und sind uns sicher, dass wir das unbedingt nochmal und für länger machen wollen.

Der Umweg hatte sich also auf jeden Fall gelohnt, es war wunderschön, nicht zuletzt wegen des Korallenriffs, bei dem wir auf der Rückfahrt noch hielten.

Neben der „alten“ Straße nach Erfoud befindet sich das versteinerte Korallenriff. 350 Mio. Jahre alte Geschichte. Dank unseres Allradlers können wir über die steinige Piste bis zum Fuße des Riffs kraxeln. Schon bei unserem Frühstück, dass wir wegen ziemlich heftiger Sandverwehungen im Erg Chebbi hierher verlegten, finden wir beim umher schauen einige kleine Fossilien auf dem Boden liegen. Nach unserem Frühstück verbringen wir noch einige Stunden damit, an dem Riff, einem mächtigen „Felsbrocken“ umherzuklettern, um nach Fossilien zu suchen. Es macht Spaß und am Ende entscheiden wir uns dann auch für eine kleine Kollektion der schönsten Stücke, die fortan bei uns mitfahren darf…

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Sind wir jetzt in Nepal oder was?

Über Errachidia und Midelt geht es über den mittleren Atlas. Ziel soll Azrou sein. Die Strecke dorthin ist landschaftlich traumhaft, stellenweise allerdings sehr heftig. Kilometerlange Pässe schlängeln sich den Berg hinauf. Für uns glücklicherweise meist runter. Kochende LKWs und PKWs stehen am Straßenrand und warten auf Abkühlung und unser Mogi hat stellenweise auch wieder mal schwer zu schnaufen.

Als es bereits dunkel wird, biegt Mölli an einer günstigen Gelegenheit links ab und wir suchen uns mitten im Nirgendwo ein Plätzchen für die Nacht.

Wir schlafen wie Steine. Und am nächsten Morgen werden wir mit einem grandiosen Anblick unserer Parkkulisse belohnt. Mein 1. Gedanke – Nepal oder Mongolei- so muss es dort aussehen. Ein schier endlos erscheinendes Plateau, in der Ferne Berge und Berberzelte, inmitten einer kargen Landschaft, steinig, mit kleinen brokkoliartig anmutenden Gewüchsen am Boden. Und während ich so einen passenden Pinkelplatz suche finde ich auch noch einen wunderschönen versteinerten Ammoniten. Dies bleibt dann auch die einzige Fossilie die wir hier finden, umso besonderer das Erinnerungsstück.

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Schwanzlose und einäugige Affen im Zedernwald von Azrou

Im Gebiet um Azrou soll es Berberaffen geben, die dort in den Zedernwäldern frei leben. Das klingt Beides spannend, hatte ich doch seither nur von Zedernwäldern gelesen und von Berberaffen gehört.

Während der Fahrt, es dämmert bereits, liegt ein permanent süßlicher Duft in der Luft, als ob jemand frisch gewaschene Wäsche am Wegesrand aufgehängt hatte, über Kilometer hinweg. Mölli hält zwischendrin und entlarvt eine lilafarbene Blume als Verursacher! Unglaublich, was die Natur so alles zu bieten hat.

Für die Nacht parken wir auf einer Art Wanderparkplatz und werden am nächsten Morgen beim Frühstück tatsächlich von einer Horde Berberäffchen begrüßt.

Zuerst ein Pärchen, er, wohl ein Auge im Kampf verloren, sie eher schüchtern. Generell aber eher zurückhaltend, nicht so frech, wie ich es von anderen Affen gewohnt war. Zaghaft nehmen sie Orangen- und Bananenstücke entgegen. Der Rest der Bande ist ebenfalls schnell am Ort des Geschehens und so füttern wir ein vom Baum herabhängendes Äffchen ebenso wie eine Mami, die ihr Kleines auf dem Rücken trägt.

Unsere kleine Wanderung durch den Zedernwald hat etwas Märchenhaftes. Die duftenden Zedern, meist riesige Bäume, mit Baumstämmen die man nur ansatzweise umklammern konnte, sind beeindruckend. Jetzt fehlten nur noch kleine Elfen und Gnome, die in den teils mannshohen Aushöhlungen der Stämme wohnten. Gelegen auf 1.250 m Höhe, umgeben von grünen Wiesen, die mit lieblichen Blümchen übersät sind. Die Gegend hier ist wunderschön. Und das dieses Gebiet um den Ort Azrou hier im Sommer wie auch im Winter ein beliebtes Urlaubsziel der wohlhabenderen Schicht Marokkos sein sollte, das konnte man sich gut vorstellen.

Auf dem Weg zur größten Zeder Marokkos (40m) sehen wir im Wald erneut eine riesige Affenbande. Die ca. 20 Affen sind wenig bis gar nicht beeindruckt von uns und so können wir sie beobachten, während sie spielen, Nahrung suchen oder sich gegenseitig ärgern.IMG_3004 (2)edit

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 Party im Zedernwald

 Ich wollte unbedingt noch eine Nacht mitten im Zedernwald verbringen und so finden wir einen sehr schönen Platz, wo wir uns niederlassen. An unserer kleinen Feuerstelle kochen wir, trinken Tee und Kaffee, genießen unsere Ruhe und Einsamkeit. Es ist magisch hier. Irgendwann gehen wir schlafen, bis wir um ca. 3 Uhr unliebsam aus dem Schlaf gerissen werden. Laute Musik, Stimmen und Gelächter. Schlaftrunken schauen wir raus und sehen unweit von uns Leute beim Feiern.

Alternativen gab es jetzt keine und so versuchen wir, wieder einzuschlafen, was dann irgendwann auch wieder gelingt.

Das böse Erwachen kommt dann aber erneut am nächsten Morgen, als wir das hinterlassene Chaos sehen. Alles vermüllt. Soviel Rücksichtslosigkeit gegenüber uns und der Natur macht uns wütend und wir fragen uns, was das eigentlich für Menschen sind.

Ich finde jedenfalls dahingehend eine passable Erklärung, dass ich denke, dass die Jugendlichen in Marokko keinerlei Möglichkeiten haben sich auszuleben. Es gibt weder Kneipen, Kinos oder Discos, um sich zu treffen und auszutauschen oder zu tanzen. Alkohol ist im Islam verboten und das macht ihn umso interessanter und daher treffen sie sich an Orten wie diesem, abseits von der Zivilisation, fernab jeglicher Konventionen und lassen die Sau raus. Und der Müll, der wird leider fast immer dagelassen. Flaschen werden zertrümmert, in Marokko ein wirklich großes Problem.

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Kirschen im Atlasgebirge

Ich sehe einige blühende Bäume in den Wiesen stehen und frage mich gerade noch, was das wohl für Bäume sind, als wir an einem Verkäufer vorbeifahren. Kiiiiiirschen!

Das setzt sich dann auch fort, links und rechts am Straßenrand sitzen Menschen, die Kirschen verkaufen. Welch Freude!

Wir halten, kaufen 2 Kilo, waschen sie an einer nahegelegenen Quelle und essen seit über 2 Jahren endlich mal wieder Kirschen! Was für ein Genuss!

Wir ergreifen schlagartig die Flucht

Fes, die älteste der vier Königsstädte Marokkos, ist für uns dann aber ein relativ kurzer Aufenthalt. Ich wollte dort unbedingt hin, um Ghassoul (Heilerde) zu kaufen, da eine mir bekannte Firma dort ansässig ist. Allerdings ist heute Sonntag und dazu kommt, dass wir bei unserer Tour durch den Souk, der wirklich sehr schön ist, wie echte Touris vorkommen.

Von allen Seiten werden wir in allen erdenklichen Sprachen angesprochen, ob man nicht das kaufen wolle oder dieses probieren, ob man nicht ins Restaurant möge oder vielleicht doch lieber Haschisch kaufen. Nepper, Schlepper, Bauernfänger, das fällt mir an solchen Orten dann immer wieder ein.

Aber nicht mit uns! Unser gutes Marokkogefühl wollen wir uns hier jetzt nicht kaputt machen lassen. Als wir dann noch in einem Cafe auf einer Dachterrasse einen Kaffee und einen O-Saft trinken wollen und der Kellner meint er hätte nur Minztee, haben wir endgültig die Nase voll. Entschlossen eilen wir zu unserem Auto und treten die Weiterfahrt an!

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Kein Ende in Sicht

Wir fahren, fahren und fahren! Es ist bereits dunkel und spät und ich kann nicht mehr. Ich bin müde vom Tag und platt vom Sitzen.

Aber wie das unterwegs manchmal so ist, man findet einfach keinen geeigneten Schlafplatz und zudem zeigt das Navi irgendwann dann nur noch 15 km bis nach Volubilis, unserem nächsten Ziel, an. Die Strecke, bei Tag sicherlich sehr schön mit tollen Aussichten, stellt sich in der Nacht eher als Herausforderung dar. Nur gut, dass wir uns vor der Reise noch LED-Scheinwerfer zugelegt haben. Denn wenn die meisten Straßen auch in einem viel besseren Zustand sind, als ich das im Vorfeld dachte, so kommen doch immer mal wieder richtig üble Schlaglöcher oder noch viel schlimmer, Eselskarren, die völlig unbeleuchtet plötzlich im Licht der Scheinwerfer vor einem auftauchen. Von daher ist von Nachtfahrten in Marokko eigentlich abzuraten, wenn man allerdings keine Wahl hat (Vertreibung durch Polizei z.B.) oder Kühlprobleme beim Fahren tagsüber, dann ist eine gute Beleuchtung auf jeden Fall hilfreich bzw. unerlässlich.

Die antike Römerstadt Volubilis

Durch Molay-Idriss, der ältesten Stadt Marokkos, die malerisch zwischen zwei Hügeln eingebettet liegt und wichtiger Wallfahrtsort für die Marokkaner ist, geht es weiter nach Volubilis, wo die größte römische Ausgrabungsstätte Marokkos liegt.

In Volubilis zeigt uns das Navi einen Parkplatz, auf dem wir uns dann auch niederlassen. Wir stehen in ziemlicher Schräglage, aber das ist für heute Nebensache. Wir sind platt und schlafen wie Steine bzw. Felsen!

Am nächsten Tag inspizieren wir das umzäunte Gelände und sehen, dass der offizielle Eingang am ganz anderen Ende liegt. Praktisch, dass ganz in der Nähe unseres Parkplatzes ein nicht zu übersehendes Loch im Zaun Zutritt gewährt.

Das Gelände ist wirklich riesig (immerhin lebten hier in der Blütezeit ca. 10.000 Menschen). Es dauert bis hin zum Abend, um alles in Ruhe anzuschauen und um sich in frühere Zeiten zurück zu denken. Wie mochte das hier einst einmal ausgesehen haben, wie waren die Menschen gekleidet, was gab es hier zu kaufen? Anhand der Ruinen und Beschreibungen konnte man sich seine ganz eigenen Vorstellungen machen.

In der Anlage, welche übrigens im Jahr 25 gegründet wurde und mittlerweile zum Unesco-Kulturerbe zählt, wurden auch einige Bauwerke wieder aufgestellt, so zum Beispiel der Caracalla-Triumphbogen oder die wunderschönen Mosaikböden, die freigelegt und restauriert wurden.

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Kleines Tier im Tarnanzug

Für mich gab es aber ein ganz anderes Highlight des Tages! Ein Chamäleon, dass sich gerade von einem Stein ins Gebüsch bewegte, was unser Glück war, denn andernfalls hätten wir es, in seinem grünen Tarnanzügchen, vermutlich nämlich gar nicht entdeckt. Es war offensichtlich gerade auf Futtersuche und von uns in keinster Weise beeindruckt. In sehr gemächlichen Bewegungen schritt es voran, nicht so, wie ich es von anderen Echsenarten gewöhnt war…

Weiter geht es Richtung Chefchaouen, einem Städtchen in den Bergen, von dem wir schon so viel gehört haben. Die Fahrt dorthin führt durch schöne blühende Landschaften, viel Agrarwirtschaft, sanfte Hügelchen, freundliche Menschen, die uns zuwinken. Mit Stroh vollkommen überladene LKWs kommen uns entgegen, kaum zu glauben, dass die sich überhaupt noch bewegen können.

Unterwegs stoppen wir noch in Ouezzane, einem wichtigen Wallfahrtsort für die Marokkaner und einem ebenfalls sehenswerten Städtchen wie sich herausstellt. Wir wollen lediglich noch ein paar Einkäufe tätigen, Kaffee, Brot, Gemüse kaufen und landen dabei in kleinen bunt gestrichenen Gässchen, die sich den Berg hinaufschlängeln. Am obersten Haus angekommen befand man sich dann auch mitten auf einem Berg mit schöner Aussicht auf die Stadt, sowie die Umgebung.

Wir gönnen uns noch eine leckere Gemüse-Tajine in einem kleinen Straßenimbiss und machen uns weiter auf die Fahrt.

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Rifgebirge – „Nur mal so kommt da keiner hin“

Davon, das Rifgebirge zu durchfahren, rät unser Reiseführer dringend ab. Viel zu gefährlich, überall Kriminelle, Räuber, Verbrecher, Straßensperren und Drogendealer, die Dir Haschisch unterjubeln und Dich dazu zwingen, bei ihnen einzukaufen. Der Bericht „Nur mal so kommt da keiner hin“ belustigt mich und ich frage Mölli, ob er denkt, dass das heutzutage auch noch so ist, immerhin ist unser Reiseführer schon 40 Jahre alt. Keine Ahnung meint er, aber das Rif- oder auch Kiffgebirge genannt, steht ja sowieso nicht auf unserer Route gen Norden, oder?!

Wir gehen dann jedenfalls davon aus, dass dieses beschriebene Gebiet irgendwo weiter im Landesinneren liegt und das hier und da mal ein frischer Grasduft in der Luft schwebt, nehmen wir wohlwollend hin, schenken ihm aber wenig Beachtung.

Die Plantagen werden ja wohl nicht so einfach ersichtlich hier neben der Straße sein, oder?!

Die Fahrt, entlang eines Flusses dessen Ränder von pink blühendem Oleander gesäumt sind ist wunderschön, die Gegend erinnert mich an die Alpen, so grüne und saftige Wiesen, inmitten hoher Berge. Wieder eine ganz andere Landschaft als alles davor gesehene, eine weitere Facette Marokkos.

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 Gremlins 10.000ster Reisekilometer

 Wir feiern Jubiläum! Wir sind 10.000 km seit unserem Start vor 1,6 Jahren gefahren. Das mag wohl für Viele wenig sein, für uns ist es aber Grund zur Freude! Wir hatten zwar schon relativ viel Ärger mit dem Auto, aber nichts dagegen, was er uns schon für Freude bereitet hat! Er schleppt all unser Hab und Gut, er ist uns zuhause und Rückzugsort und er bringt uns an Orte, die wir ohne ihn wohl nicht zu sehen bekämen.

Das mit einem 51-jährigen Fahrzeug hin und wieder mal was sein würde, davon gingen wir vor Reisebeginn aus. Das sind eben die „Problemchen“, die das Unterwegssein so mit sich bringt und unsere neuen Herausforderungen.

Wir sind trotzdem sehr dankbar, dass wir gerade hier in Afrika sein dürfen und sich Möllis Versprechungen, dass der Mogi die Welt sehen darf, erfüllen.

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Das Paradies gefunden

 Für die Nacht wollen wir an einem Platz, der sich neben der Straße auftut, bleiben. Mölli sieht einen angrenzenden Feldweg und möchte noch ein Stück weiter reinfahren, ganz weg von der Straße.

Ich sehe zuerst ein Cannabisfeld auf der einen, dann einen Mann auf der anderen Seite in seinem Gemüsegarten stehen. Unsere Blicke treffen sich, ich bin zuerst etwas irritiert, ob wir hier nicht zu weit gefahren sind… Er sieht aber sympathisch aus und nachdem wir ihn höflich fragen, ob es in Ordnung wäre hier rein zu fahren, stimmt er zu und zeigt Mölli sogar noch einen super schönen „Stellplatz“ für den Mogi. Direkt oberhalb eines idyllischen Flusses. Anschließend zeigt er ihm auch noch voller Stolz seine Plantagen.

Die nächsten Tage sind wir Teil der gesamten family. Die Bauern sitzen während ihrer Mittagspause oder nach Feierabend bei uns zum Tee und zum Essen und versorgen uns ihrerseits mit bestem Gemüse, Öl, Oliven und Brot. Mölli hilft bei diversen Wasserpumpenreparaturen, verständigt wird sich per Zeichensprache und mit ein paar Brocken Spanisch, da hier im nördlichen Teil Marokkos bzw. im Rifgebirge früher viele Spanier angesiedelt waren und somit viele spanisch sprechen.

Im Fluss können wir uns abkühlen und sehen dabei Wasserschildkröten, kleine Fische, die an unseren Füßen knabbern und sogar eine Wasserschlange…Die hatte ich allerdings erst gesehen, nachdem ich meine Füße wieder draußen hatte.

Ein wahres Paradies hier mitten in der Natur und umso schwerer, hier wieder fort zu müssen.

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Chefchaouen- bezaubernde blaue Stadt im Rif

Von unserem Ausflug ins Paradies geht es weiter Richtung Chefchaouen. Die Strecke, bergig, kurvig, aber schön. Der leuchtend pink farbige Oleander entlang des Flusses und der Straße macht sich einfach gut mit dem Blau des Himmels.

Wir erreichen Chefchaouen und entscheiden uns erst einmal nur zu parken, einen Eindruck von der Stadt zu erhaschen und dann zu entscheiden, ob es sich lohnt, auf den dortigen Campingplatz umzuziehen, wild zu campen oder weiterzufahren.

Spätestens in der Medina angekommen sind wir schon hell auf begeistert. Die kleinen Gässchen mit ihren blau bemalten Fassaden, Tür- oder Fensterrähmen, Treppen oder sonstigen Gegenständen treffen bei uns ebenfalls voll ins Blaue! Die Farbe soll wohl Moskitos fernhalten, so steht`s im Reiseführer, ich finde die dadurch erzeugte Stimmung einfach nur magisch. Es fühlt sich gut an, es macht glücklich. Blau eben! Ich bin im Fotografierwahn, welcher dann aufgrund der Lichtverhältnisse aber nachlässt. Naja, uns ist eh klar, hier sind wir noch nicht fertig und dieses Städtchen müssen wir uns morgen unbedingt nochmals genauer anschauen.

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IMG_3543 (2)editVer(w)irrte Seele

Wir wollen auf unserem abgelegenen Parkplatz vor dem Busdepot übernachten, was sich allerdings spätestens dann als ungeeignet darstellt, als ein ziemlich durchgeknallter und aufdringlicher Typ uns beim Essen stört. Ich denke er möchte was zu essen, er möchte aber lieber Geld. Das möchten wir aber nicht. Wir bitten ihn höflich zu gehen, er schlägt auf unser Auto ein. Da platzt Mölli dann aber der Kragen. Er brüllt ihn an, ich versuche hingegen die Lage zu schlichten. Wenn der Typ nicht geht, dann müssen wir eben gehen. Das erscheint mir in einem fremden Land die diplomatischste Lösung. Er geht dann glücklicherweise, ich möchte hier allerdings auch nicht bleiben. Und als wir dann schließlich losfahren, kommt er auch tatsächlich mit einem großen Stück Pappe zurück, hiermit hätte er es sich jetzt wohl unter unserem Auto gemütlich gemacht. Verirrte Seele sage ich nur. Gibt es überall…

Recht schnell finden wir einen anderen Platz an einer ruhigeren Ecke. Nicht besonders schön, dafür ruhig und ohne störende Irre.

Nachdem wir uns am nächsten Tag den Luxus eines Frühstücks in einem Cafe in der Stadt gönnen geht es erneut daran, die Stadt zu erkunden.

Die Fotomotive sind wirklich bezaubernd, kaum biegt man um die eine Ecke, bietet sich schon wieder das nächste Motiv. Es sind allerdings auch ziemlich viele Touris hier, zu den Marokkanern kommen alle anderen erdenklichen Nationalitäten. Nichtsdestotrotz herrscht hier eine angenehme Stimmung und die Verkäufer sind auch keineswegs aufdringlich, wie wir das andernorts schon erlebt hatten.

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Kidnapping im Rifgebirge

Gegen Abend sind wir dann allerdings auch platt und „satt“ von Chefchaouen und wollen uns etwas außerhalb des Ortes ein ruhiges Nachtquartier suchen.

Das haben wir dann auch nach einiger Zeit, so denken wir uns das zumindest bis dahin. Weg von der Hauptstraße, neben einem Feldweg, mit schönem Blick auf einen etwas entfernten Stausee.

Wir sind gerade beim Abendessen und der Kaffee ist gerade gekocht, da kommen zwei Typen mit Taschenlampen an. Sie meinen sie seien von der Polizei und wir können hier nicht stehen bleiben, es wäre zu gefährlich, Kidnappinggefahr!

Wir finden das anfangs noch amüsant und meinen das sei schon alles okay, wir sind müde und machen das auf unsere Verantwortung, aber die Beiden bestehen tatsächlich darauf, dass wir hier, mitten in der Pampa, um mittlerweile 22.30Uhr noch wegfahren.

Noch schnell den Kaffee exen und so machen wir uns völlig genervt und fluchend davon. Worst case!

Der Horror beginnt…

Die nächsten Kilometer und Stunden suchen wir immer wieder nach einem Plätzchen für die Nacht, aber keiner entspricht unseren Platzkriterien, entweder zu laut, zu stinkig, zu nah an Häusern, ungutes Gefühl etc.! Außerdem befand sich an jedem Kreisverkehr (und es gab verdammt viele davon) eine Polizeikontrolle, die uns zwar nie anhielt, welche wir aber ebenfalls bei unserer Parkplatzwahl mit berücksichtigen mussten, um nicht gleich wieder vertrieben zu werden. Ob diese Kontrollen hier im Rif immer stattfinden bzw. ob es einen speziellen Grund an diesem Tag gab werden wir wohl nie erfahren.

Schließlich  hoffen wir in unserer Verzweiflung einfach nur noch, irgendwo einen Campingplatz zu finden. Das Navi zeigt den nächsten allerdings erst in Tanger an, ob dieser bei unserem Eintreffen mitten in der Nacht allerdings noch geöffnet hat, war mehr als fragwürdig. Aber, wir befanden uns ja in Marokko und hier war alles möglich.

Und immerhin war hier das Glück auf unserer Seite! Nach 4 Stunden seit unserer Vertreibung, es war jetzt 3 Uhr nachts, kommen wir auf dem Campingplatz in Tanger

an, Mölli hupt, das Tor wird aufgemacht, ohne viele Worte werden wir an einen Platz gebracht, machen den Motor aus, legen uns in unser Bett und schlaaaaafen.

Der Camping, dessen abenteuerliche Zufahrt an eine hochalpine Gebirgsstraße erinnert, stellt sich zumindest was die Lage & Preise betrifft, als ganz günstig dar.

Sehr nah am Meer gelegen, von wo man entlang der Strandpromenade ca. 2 km bis zur Medina von Tanger laufen kann.

Da gerade Wochenende ist, bleibt uns ohnehin nichts anderes übrig, als auf Montag zu warten, um bzgl. unseres alten Getriebes nachzuhaken. Dies sollte nämlich hier in Tanger bei einem Abschleppunternehmen sein und musste bei unserer Ausreise dem Zoll in Tanger Med vorgeführt werden.

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Ähm, ich bin doch noch gar nicht so weit

Und montags läuft dann alles wie am Schnürchen. Wir fahren zu dem Unternehmen, wo wir unser mittlerweile sehr ramponiertes Getriebe bereits auf einem Abschlepper fixiert stehen sehen.

Nach kurzer Absprache ist klar, wir sollen dem Abschlepper nun bis zum Zoll in Tanger Med folgen. Huch, Moment Mal, das geht jetzt aber doch alles recht schnell. Es ist mittlerweile 13 Uhr, ob wir es vielleicht sogar noch auf die 16 Uhr Fähre schaffen…?! Ich bin skeptisch, haben wir ja noch die Sache mit dem Zoll und dem Getriebe zu regeln und zudem muss unser Auto ja bzgl. Drogen und Flüchtlingen noch geröntgt werden.

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Getriebevorführung beim Zoll

Am Fährhafen in Tanger Med angekommen sind wir jedenfalls sehr froh, einen arabisch sprechenden Fahrer dabei zu haben, der bzgl. des Getriebes alles klären kann. Die restliche Prozedur läuft dann auch recht reibungslos. Es gibt weder Probleme noch Nachfragen bzgl. unserer Visaverlängerung (wir haben ja nur einen Antrag, aber weder eine Bestätigung noch einen Stempel im Pass) und nachdem unser Fahrzeug von einem mobilen Röntgenfahrzeug geröntgt wird fahren wir zum Fähranleger, wo uns die 16 Uhr Fähre tatsächlich genau vor unserer Nase weg fährt.

Das ist allerdings nicht so schlimm, so können wir jetzt erst mal runterkommen, waren die letzten Stunden doch sehr hektisch und wir konnten uns noch gar nicht wirklich mit dem Gedanken befassen, dass wir Marokko bald schon verlassen werden.

In Ruhe essen wir erst einmal etwas und machen während des Wartens Bekanntschaft mit zwei netten Typen, die hier arbeiten.

Die nächste Fähre geht um 20 Uhr und mit einer Stunde Zeitverschiebung, legen wir um 1 Uhr nachts in Algeciras an und befahren kurz darauf wieder spanischen Boden. Dort wo vor 6 Monaten unser Abenteuer begann…

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2 Kommentare zu “Abenteuer MAROKKO 2018 – Mit kaputtem Getriebe durch halb Marokko 01-07/2018

  1. Liebe Nadine, lieber Mölli,
    erst vor kurzem habe ich von Eurer Adresse gehört und sie mir gleich angeschaut. Ich bin sehr, sehr beeindruckt von Eurer Marokko-Reise. Total spannend, was ihr auch mit den Menschen überall erlebt. Das ist echte Menschenbegegnung und -verständigung. Da freue ich mich sehr drüber.
    Jetzt seid ihr wieder in Spanien- Europa und auch das ist ja schon gegenüber Deutschland Freiheit, oder?
    Doris und Ernst werden euch ja besuchen, das wird für die beiden sicher sehr spannend. Ich denke auf jeden Fall mit vielen guten Gedanken an euch beide und wünsche euch weiter sehr, sehr schöne Erlebnisse und Lernmöglichkeiten.

    Von Herzen
    Inge

  2. Hallo Ihr beiden Lieben!
    Wow! Was für Erlebnisse, was für ein Bericht! Hammer……
    Vielen lieben Dank, dass Ihr das mit „uns“ teilt!
    Schön, so ein klein bisschen dabei sein zu können.
    Ich wünsche Euch weiterhin, dass Alles gut läuft für Euch und Ihr viele tolle Erfahrungen machen könnt.
    Herzliche Grüße,
    Kathrin

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